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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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Doch alle diese Vorzüge des Geistes sind noch nicht diehöchsten. Das Göttlichste im menschlichen Geist ist seine Sehn-sucht nach dem Göttlichen, nach der Vereinigung mit dem Aller-heiligsten, das Streben nach einer Vollkommenheit und Voll-endung, die ganz unabhängig von allem Irdischen ist. Erfindetkeine Beruhigung, als allein in dem, was wahr ist; keinenGenuß, als in dem, was gerecht ist. Er ist von unaussprech-licher Ehrfurcht für das Schöne, Edle und Tugendhafte durch-drungen, und voll natürlichen Widerwillens gegen die Un-wahrheit, gegen die Lasterhaftigkeit, gegen die Unvollkommen-heit jeder Art. Das Thier kann wohl Verstand haben; abernur der Mensch hat eine höhere Vernunft, welche die Gesetz-geberin heiliger und gerechter Handlungen ist. Das Thier kannKlugheit besitzen, aber ist keiner Weisheit fähig, die nur desmenschlichen Geistes Eigenthum ist.

Dies also find die irdischen Naturen des Menschen, vermögewelcher er dasteht in der Milte zwischen dem Staube und demUcbcrirdischen, zwischen dem Endlichen und Unendlichen,zwischen der todten Körperwelt und der lebendigen, Alles be-seligenden Gottheit. Sein Fuß hängt am Erdboden, sein Hauptaber trägt er zum Himmel aufgerichtet. Er ist Pflanze, er istThier, aber er ist noch etwas Göttlicheres. Der Leib ist nurdas Werkzeug seines Geistes. Der Geist allein soll herrschenüber diese Werkzeuge, und mit ihnen seine Vollkommenheitschaffen. Eine andere Gesetzgebung hat zu ihrer Selbsterhaltungdie Natur seines Körpers; eine andere Gesetzgebung die Seelein ihren Gefühlen und übrigen Eigenschaften; eine höhere aberder Geist, welcher, als der höchsten, alle andern untergeordnetsein müssen, wie die Diener ihrem Herrn untergeordnet sind.

Die Klarheit des Lichts, und ich möchte sagen, die gött-Lche Kraft im Geiste, durchdringt und verklärt und erhöhtselbst alle Eigenschaften des Körpers und der Seele. Dahergeschieht, daß der menschliche Körper endlich an Fertigkeiten undGeschicklichkeiten die Körper anderer Thiere übertrifft; daß erder äußere Spiegel seiner innersten Gefühle und Vorstellungenwerden kann. Daher geschieht ferner, daß die menschliche Seele