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Die Pflanze, gefühllos, hängt fcstgeschlossen mit ihrenWurzeln am Staube, aus dem sie vermöge ihrer Lebenskraftauf kurze Zeit hervorblühte; das Thier, von dunkeln Trieben,Gefühlen und Gewohnheiten bewegt, kriecht, schwebt undfliegt im Staube, welchem es die ganze Summe seines Wohl«seins dankt. Es genießt die Nahrung und schaut nicht emporzum Baume und Halm, der ihm seine Frucht herabstreut. —Des Menschen Geist aber sieht hell über alle Verknüpfungen desLebens hin; forscht nach Ursachen und Wirkungen; bekämpftdie Gewalt der Elemente, und bezwingt sie oft; widersteht demSturme; dämmt die Fluthen der Meere ein; bindet die Flammedes Blitzes, der aus den Wolken fährt. Das Thier geht stumm,und für alles Andere gleichgültig, der Befriedigung seiner Be-dürfnisse nach; sein Auge ist blind für die Schönheiten undwundervollen Einrichtungen der Natur. Der Geist des Menschenaber, entzückt durch die Pracht des Schöpfers in seinen Werken,erforscht die heilsamen Kräfte der Erde, Steine und Pflanzen,untersucht die Lebensarten und Eigenschaften der Thiere; dringtdurch die endlosen Räume des Weltgcbäudes; zählt und be-rechnet die Ordnungen der Welten, welche als Sterne überseinem Haupte strahlen, und bezeichnet ihre Ungeheuern Lauf-bahnen.
Es kann das Thier seinen Schmerz wie sein Vergnügendurch Bewegungen und einzelne Töne zu erkennen geben; eskann das Thier Seinesgleichen anlocken, rufen, warnen, drohendurch einen einfachen Laut, welchen der dunkle Trieb lehrt undrinflößt. Auch der Mensch hat, insofern er thierischer, sinnlicherNatur ist, die Gabe, seine Empfindungen durch bloße Töne,durch einen Schrei, einen Seufzer, durch Winseln oder Lachen,Lurch das drohende Donnern seiner Stimme auszudrücken —aber er ist Geist, er vermag noch mehr: er hat die wunder-bare Macht der Sprache, durch welche er seine innere unddie ganze unsichtbare Welt Ln Tönen darstellt; durch welcheer sein innerstes Sein und Leben in das innerste Leben einesglcichgcschaffcnen Wesens überpflanzt.