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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
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Anlagen der Aeltern, deren Neigungen und Gemüthsarten, mit-vererbt werden können.

Noch wichtiger aber, als des Leibes Gesundheit, muß dieder Seele sein. Denn die Seele ist des Geistes Werkzeug undLeib. Ihre Krankheit zieht den Geist aus der Höhe nieder, zuwelcher er sich bestimmt fühlt. Wie soll er sich aufschwingcn zumGöttlichen und Heiligen, wenn seine Flügel gelähmt sind? AberKrankheit der Seele ist jeder sinnliche Hang, jedegewohnheitsmäßige oderherrschendeVorliebe zumVergänglichen. Wenn die Seele das flüchtige Vergnügenentbehren soll, entweder weil es seiner Natur nach verschwundenist, oder weil cs der Geist zu genießen untersagt: dann entstehtdas innere Leiden des Menschen, dann der innere Kampf zwischendem Gesetz des Fleisches und des Geistes.

Und hier erblicke ich schaudernd die Quellen der Sünde,wenn das Göttliche dem Staube gehorchen muß, wenn derGeist wahrhaft in sich selbst vernichtet wird. Nun wird mirhell das Wort der heiligen Schrift:Das Fleisch gelüstet- wider den Geist, und der Geist wider das Fleisch.Dieselbigen sind wider einander, daß ihr nichtthut, was ihr wollt!" (Gal. 5, 17.)

Gott, mein Gott, erleuchte Du mich, daß ich mich selberimmer besser erkennen und die verborgenen Ursachen meinesVerderbens immer deutlicher unterscheiden lerne. Wie erscheintmir mein Inneres jetzt ganz anders, nun ich den Grund undBoden erblicke, in welche die Sünde ihre Wurzeln tief hinein-senkt. Sie senkt sich tief hinein durch die Gefühle und Be-gierden der^Sccle in den irdischen Staub meines Leichnams,und ihre giftige Blume umschattet betäubend den Geist. Herr,errette mich vor mir selbst! Und Du, o Jesu, mein Erlöser,verkläre meinen Geist durch Dein Himmelswort, daß er Machtgewinne zum Sieg und zur Herrschaft über die Lüste desFleisches. Amen.