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denselben, gleichsam wie mit nothwendigen Thcilen und Eigen-heiten ihres Körpers; sic wird gewissermaßen verstümmelt,beschädigt, indem man ihr die zum Bedürfniß gewordenenDinge entzieht.
Wie mächtig die Gewohnheit über die Seelen der Thiereist, bedarf wohl kaum eines Beweises oder Beispiels. Eben somächtig ist sie über dir menschlichen Seelen. Hier einezw eite Quelle des inenschlichen Verderbens. Nurindem wir der Seele vergängliche Dinge zum Bedürfniß durchGewohnheit machen, stürzen wir sie in das tiefste Leiden, wennnun das Vergängliche einmal wegfällt. Wie viel Menschen sindnicht im Schmerze Selbstmörder geworden, weil ihnen ihrZustand unerträglich war, nachdem sie das verloren sahen,woran bisher ihre ganze Seele gehangen! Was sind denn alleLeidenschaften anders, als gewisse Begierden, an deren Be-friedigung die Seele gewöhnt war! Soll nun das Befriedigungs-mittel hinweggenommen werden, so wird dieser Zustand un-erträglich. Oft opfert der leidenschaftliche Mensch das Leben,ja selbst die Tugend auf, wenn er die Begierde nicht mehrstillen kann.
Dies also ist das Wesen der Seele. Sie ist eine hohe,wunderbare Kraft. Sie verbindet sich mit dem thierischcn Leben.Sie bewacht die Erhaltung der thierischcn Körper und derenOrdnungen. Sie leitet die vernunftlosen Geschöpfe, veranlaßtderen Handlungen und entzieht sie dem Untergange in Gedrängeund Kampf mit andern Erscheinungen der belebten und un-belebten Natur. — Aber sie ist keiner Hellen, deutlichen Vor-stellung fähig; sondern nur der Bilder, Empfindungenund Begierden. Sie ist unfähig, entfernte Zwecke zu er-kennen; sie wird nur durch Schmerz und Lust bewegt, und statthöherer Zwecke hat sie dunkle Triebe.
Daß die Thiere keine Hellen, deutlichen Vorstellungen haben,ist kaum zu bezweifeln. Wir finden diese oft kaum bei Kindern,und sie fehlen diesen wohl noch ganz, so lange die Sprachefehlt, womit zur größern Deutlichkeit Gegenstände bezeichnetwerden können. Auch das Kind hat nur Bilder, Empfindungen,