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Es erwacht, um Nahrung zu suchen; es flicht, was ihmSchmerzen macht; es treibt sich umher, dem Vergnügen nach;cö thut Alles für sich und seinetwillen. Die Empfindung ist derTreiber des Thiers; cs kennt keinen andern Zweck, als sichselbst. In der Selbstsucht beruhet Alles, was das Thier begehrtoder verabscheut, sogar die scheinbare Mutterliebe gegen dieJungen; denn diese Liebe ist nur Naturtrieb, wie der Hunger,und geht vorüber, wenn der Zweck erreicht ist, welchen dieNatur dabei hatte. Auch die rührende Treue mancher Thicregegen einander selbst oder gegen ihre Herren ist nur Wirkungjener Selbstsucht, denn diese Treue ist keine Frucht vernünftigerHochachtung oder des Pflichtgefühls, sondern wiederholter sinn-licher Eindrücke.
Auch die menschliche Seele ist an den sinnlichen Trieb ge-bunden, und kein Mensch kann sich ganz von der Herrschaft derSinnlichkeit befreien. Sie verführt uns oft wider unfern bessernWillen, der Lust zu dienen, und verunreinigt selbst unserebessern Triebe, unfern Eifer für das Gute mit dem Gift derSelbstsucht. Und das ist die erste und Hauptquellealles menschlichen Verderbens.
Aus wiederholten sinnlichen Eindrücken bildet sich die Ge-wohnheit. Gewohnheit, sagt man, ist oder wird für Thiereund Menschen eine andere Natur. Sie ist von außerordentlicherMacht und übt den unüberwindlichsten Einfluß auf die Seele.Es läßt sich dies aus dem Wesen der Seele leicht erklären. Siehandelt bloß nach Gefühlen, oder um Unangenehmes zu ent-fernen oder Angenehmes herbeizuschaffen. Ein Zustand, der ihrbehaglich ist, gilt ihr mehr, als ein unbekannter Zustand,welcher vielleicht mit Schmerzen verbunden ist. Daher geht sie(bei Menschen wie bei Thicrcn) gegen alles Fremde mit Be-. sorgniß und mit Scheu, bis sic cs kennen gelernt hat. Sie ziehtdaher den gewohnten Zustand, den gewohnten Reiz, jedemandern vor. Die Gewohnheit ist das Element, in welchem sielebt, wie der Fisch im Wasser, wie der Voae! in der Luft. Siebewegt sich gleichsam nur nach den Schranken und Gesetzen derihr bekannten und gewohnten Umstände. Sie ve .bmdet sich mit .