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Die Naturen im Menschen.
Zweite Betrachtung.
Gal. 5/ t?.
Im Bösen schnell crsindsam, irrtMein Her; von Sund' zu Sünden/
Und hofft / wcnn's auch betrogen wird/
Darin sein Gluck zu finden.
Mein Ohr verschleußt fich/ Gott/ vor Dir/
Denn ach/ zu reizend klingt oft mirDie Stimme der Verführung.
Wie oft / mein Gott/ belehrst Du michIn meinen Finsternissen:
Doch ich betäub' oft freventlichGefühl, Vernunft / Gewissen!
Von meiner thierischen NaturDahingerissen / fordr' ich nur/
Was Dein Gesetz verbietet.
Noch immer schweb' ich in Gefahr/
Noch immer schwach und träge;
Erhalte Du mich immerdarAuf Deinem heil'gen Wege.
Ermuntre mich zur Wachsamkeit,
Gib Vorsicht, gib Bescheidenheit,
Gib Kraft, mich zu besiegen.
dsein, der Säugling, wenn er das Licht der Welt erblickt, ist schonim ersten Augenblick mehr als Pflanze. Er fühlt schon Schmerzund Freude; man hört sein Weinen; bald wird die Mutter durchden Anblick seines ersten Lächelns entzückt. Er schaut umher.Sein Auge geht am liebsten dem Lichte nach. Er lernt nach undnach seine Mutter kennen; er beweiset, daß er Gedächtniß hat.Er scheut das ihm Unangenehme. Er sehnt sich ins Freie. Erlernt aus gewissen Umständen, wann der Augenblick kommt, daer hinausgetragcn wird aus dem engen Zimmer in die heitereLuft. Seine Freude darüber beweiset, daß es ihm nicht anUrthcil fehle. Genug, der Säugling hat, was der Pflanze zumangeln scheint, was ihr auch entbehrlich ist: Seele.
Der Geist des Menschen ist in seinem Wesen vom Irdischenso ganz verschieden, daß er mit den grobem Theilen des Körpers