Art, und nach ganz besonderen Gesetzen, welche der Schöpfergab. Weicht das Leben von der Pflanze und dem Thiere, sowerden Pflanze und Thier wieder, was sie vorher gewesen sind,ehe sich das Leben mit iflnen verband — ein Haufen Erde undStaub, der da verwittert, zerfällt und verschwindet.
Der irdische Mensch ist anfangs nichts als ein PünktchenSraub mit einem Lebcnsfunkcn vereint. So lange aber dasStäubchen diesen Funken umgibt, wächset es zu. Das Lebendigedarin zieht immer mehr Nahrungsstoffe von außen an sich, undbildet dieselben nach den Gesetzen des Schöpfers.
So verwandeln sich die Stoffe der Luft, des Wassers und derErde in scheinbar neue Stoffe. So wachsen auf dem 'gleichenErdreich beisammen die Eiche, die Tanne, der Weinstock, dasGras und die Giftstaude. Alle diese, vermöge des Lebendigenin ihnen, und vermöge der göttlichen Anordnungen, verwandelnaber die gleiche Luft, die gleiche Erde, das gleiche Wasser, dieihnen gemeinsam zur Nahrung dienen, in die allerverschiedenstenDinge; in Holz und Harz der Tanne, in die bittere gerbendeRinde der Eiche, in den süßen Saft der Weintraube, in dieheilsamen Kräuter des Grases, welchen das Thier nachgcht, indie tödtliche Beere des Giststrauches. — Und dies Alles — so-bald das Lebendige aus Eiche, Tanne, Weinstock, Gras und >Giftstaude weicht—sinkt zusammen, fault und wird wieder Erde.
Wer sollte glauben, daß der Saft des Giftkrautes und deswohlschmeckenden, gesunden Obstes aus gleichen Stoffen bereitetworden wäre? Wer sollte glauben, daß das Fleisch der Tbiereund das Kraut des Feldes einerlei Bestandtheile hätten? — Unddoch bclehrr uns sowohl ihr Entstehen, als ihre Verwesung da-von. Wer darf an dem unbegreiflichen Wunderwerk Gotteszweifeln, da wir täglich Augenzeuge desselben sind?
Auch der Mensch ist anfangs nur wie eine Pflanze zu be-trachten. Er hat, ehe er das Licht der Welt sieht, schlechter-dings kein anderes Leben, insofern es wahrnehmbar ist, als daseinförmige Pflanzenleben, welches, nach den göttlichen Gesetzen,Nahrungsftoffe an sich zieht, und verarbeitet und verwandelt. —Selbst, möchte man sagen, die ersten Tage, Wochen und Monde