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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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ichthue; denn ich thuenicht, das ich will, sondernwas ich hasse, das thue ich." (Rom. 7, 15.)

Woher dieser Widerspruch? Wohnen denn zwei Seelen inmir? Oder begeistern und beherrschen mich abwechselnd bald einguter, bald ein böser Engel! Oder bin ich nur ein willenlosesWerkzeug, das aus sich selbst gar nichts kann, sondern vonandern äußern Umständen hin und her getrieben wird, wie einSchiff ohne Ruder und Steuer von der Gewalt der Winde?Wie? wäre ich zuletzt ein Wesen ohne allen freien Willen?

Ohne freien Willen? Aber wie könnte der Mensch auchnur zur Vorstellung von einem freien Willen kommen, wenner nie einen solchen gehabt hätte? Oder wozu nützte ihm dasbestimmte Bewußtsein von seiner Willkür, wenn er keine Willrkür hätte? Ich weiß aber, daß es in tausend Dingen allein vonmir abhängt, was ich wählen will. Ich begehre, ich verabscheue;ich ziehe vor, ich setze zurück; ich prüfe, ich entschließe michich fühle die Freiheit meines Willens. Denn ich kann, ausUeberzeugung vom Nützlichen, oft selbst das wählen, was miran sich selbst sehr unangenehm ist.

Dieser Gegenstand hat schon seit uralten Zeiten die Aufmerkrsamkcit der weisesten Männer erregt. Er ist wohl auch meinerwürdig. Solche Betrachtung kann für mich ungemein lehrreichwerden, und für meine ganze innere Glückseligkeit und Ruhe wich-tiz sein. Denn ich bemerke fast täglich, welchen großen Einfluß derZustand meines Körpers auf den Zustand meines Geistes hat, wieabhängig meine Seele vom Leibe ist. Wie weit geht denn dieseAbhängigkeit? Soll und muß das so sein? Warum muß es sein?

Alle diese Fragen, welche ich mir aufwerfe, machen michnach einer befriedigenden Antwort begierig. Die Auflösung dieserRäthscl wäre ein wichtiger Beitrag zu meiner Selbstkenntniß.Aber wie gelange ich zu einem solchen Licht, welches die finsternGeheimnisse meiner eigenen Natur aufkla.t?

Meiner Natur? muß ich nicht glauben, der Mensch besteheaus mehr den einer Natur? Er ist offenbar aus einem geistigenund cineni irdischen Wesen zusammengesetzt; es ist etwas Vecrwcsliches und etwas Unverwesliches in ihm.