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6 (1837) Gott in der Natur
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9.

Die Naturen im Menschen.

Erste Betrachtung.

RÜM. 7/ 15.

Der Hang zum Bösen wohnt in mirAuch wenn ich schon / mein Gott/ vor DirGeheiligt bin / versucht er michZu Sunden doch / »nd stärket michDurch Leidenschaft und Sinnlichkeit/

Zu thun/ was Dein Gesetz verbeut.

Wie nah' ist Jeder seinem Fall/

Wenn er / versuchet überall/

Von innen durch sein eignes Herz/

Durch Lust/ Gewinn und Furcht und Schmerz/

Nun kämpfen soll! wie leicht/ wie leichtVerliert er alle Kraft/ und weicht!

Ich fühle meine Schwäch'/ o Gott!

Mich schrecken leicht Gefahr und Spott;

Zerstreuung und Vermessenheit/

Des Beispiels Reiz / die Weichlichkeit/

Empfänglichkeit für Lust und Schmerz/

Wie leicht verderben die das Herz!

(§chon oft hatte ich mir fest vorgenommen, nie wieder in meinealten Fehler zu verfallen. Ich ließ es nicht an Aufmerksamkeitauf mich selbst, nicht an Eifer fehlen. Allein nach und nacherschlaffte dieser, verlor sich jene. Ich glaubte schon Sieger zusein, und stark genug, jeder Anfechtung zu widerstehen. Darur,rward ich sorgloser. Siehe, und die Sünde bezwang mich vonneuem. Ja, cs ist geschehen, daß ich von meinem Fehlerüberwältigt ward, wenn ich am allerentschlossensten w-ter, ihnin mir gänzlich zu vertilgen.

Wie schwach ist doch der Mensch! Wie geht cs zu, daß ichzuweilen, als wäre ich berauscht, als wüßte ich nicht, was ichthäte, gegen meine vollkommensten Ueberzeugungen handle?Wie kommt es, daß in mir zu gleicher Zeit der edelste Willeund die schlechtesten Handlungen sein können? O wie wahr, wietief hat Paulus, der fromme Weise, aus meinem Herzen ge-sprochen, als er zu den Römern sagte:Ich weiß nicht, wa s

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