Nicht minder Zeuge von der Verwahrlosung und Unwissen-heit der Menschen, selbst in Ländern, welche sich weiser An-stalten und Regenten rühmen wollen, ist die noch immer beiden Kometknerschcinungen herrschende Furcht und Besorgniß.Zwar ist dieses Vorurthcil nicht mehr in solchem Maße herr-schend unter den Völkern, wie vor hundert und mehr Jahren,aber dennoch, besonders unter den Landleutcn, immer noch aus-gebreitet genug. Der Aberglaube dieser Unwissenden ängstigt sichmit eben so schrecklichen als thörichtcn Weissagungen. Er siehtin dem glanzreichen Gestirn, welches zur Verherrlichung desSchöpfers durch unfern Gesichtskreis schwebt, nicht die Güteund Größe des Allliebcnden, des Allweistn, zu dem unsJesus wie zu einem Vater beten lehrte, sondern eine Zorn-ruthe der Unbarmherzigkeit, eine Drohung des Furchtbaren,eine Ankündigung entsetzlicher Strafgericht über Schuldige undUnschuldige.
Ich möchte die Furcht dieser Unwissenden nicht verspotten —nur beklagen. Sie kennen ihren Gott, ihren Vater nicht! Ach,sie kennen den nicht, der sich auch ihnen als den Liebevollenoffenbart, und deuten das auf kindisch böse Art, was er alsRegent des Weltalls zum Heil desselben thut. Aber diese Tau-sende sind unschuldig an ihrem unhciligcn, der Lehre Jesu wider-strebenden Jrrthum. Ihre eigenen Lehrer, ihre Seelsorger undSchriftgelehrten sind schuldig, welche sie, aus übelveistandenemEifer, wohl gar in der Unwahrheit und Furcht bestärken, odermit frevelhaftem Leichtsinn sic keines Bessern belehren, ihnenkeine würdigere Vorstellung von Gott geben wollen. IhreObrigkeiten sind schuldig, welche wohl gar die Abergläubigenund Unwissenden zu Gegenständen ihres Witzes machen, sichüber deren unnütze Angst belustigen, aber keineswegs ihrerPflicht eingedenk sind, durch bessere Einrichtung des öffentlichenUnterrichts und der Schulen die Wahrheit zu befördern und dasReich derselben, welches das Reich Gottes ist, zu verbreiten.Sie sind schuldig, und vor dem Richter aller Thaten verantwort-lich, welche aus schnödem Eigennutz, aus Dünkel und Stolz,besser geboren zu sein, die Mitmenschen von sogenannter geringer