zwanzigtausend Schuh hoch, senkrecht von der Spitze bis zurFläche des Meeres gerechnet. Aber über die Mondfläche ragenGebirge hervor, die auch gegen fünfundzwanzigtausend Schuhhoch find. Auf Erden ist nur ein einziger Berg von der obenerwähnten Höhe zu finden; aber auf dem Monde hat manschon zwölf solcher Gebirge gezählt!
Wie wunderbar anders ist drüben die göttliche Haushaltungals bei uns! Wie fremd Alles, was wir von jenen Weltkörpernvernehmen, besonders für diejenigen, welche bisher nur kauman die Möglichkeit dachten, daß irgendwo andere Gestalten undOrdnungen sein könnten, als bei uns hienieden! Wie immerunbegreiflicher muß uns die unerschöpfliche Macht des Ewigenwerden, je länger wip fie betrachten! Ach, wie wenig wissenwir von Gott, und wie gering ist selbst die Vorstellung dessenvon dem Allerhöchsten, der ihn am besten, oder dock besser alstausend Andere, zu kennen glaubt!
Noch größer aber muß unsere ehrfurchtvolle Verwunderungwerden, wenn wir erfahren, daß durch unermüdete Himmels-forscher erkannt worden, der Mond sei nicht von einem solchenDunstkreise umgeben, wie unser Erdball: von keinem Dunst-kreise, in welchem sich Wolken erzeugen können, oder Regen,Hagel und Schnee. Sondern die Luft daselbst ist ungleichdünner und feiner, als diejenige, welche wir einathmen. Wennwir auf die höchsten Berge der Erde stiegen, würde die Luftschon so dünn werden, daß wir ohne große Beschwerlichkeitnicht lange darin athmen könnten. Nun aber würde es einemMenschen unmöglich sein, drei oder vier Meilen hoch über derErde, wenn er sich auch dahin erheben könnte, zu leben. ImMonde aber ist die gewöhnliche Luft so rein, wie sie zehn Meilenüber unserm Haupte sein mag. Dies hat man theils aus derBeschaffenheit der Morgen- und Abenddämmerungen im Monde,theils aus der Art, wie sich die Strahlen des Sonnenlichts injener Luft brechen, deutlich erkannt.
Niemals, so viel Jahre auch die Mondenwelt von denHimmelsbeobachtern aufmerksam und anhaltend betrachtetworden ist, hat man dort Verdickungen des Luftkreises, oder