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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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schaden; sondern auch bei wichtigen Angelegenheiten, wo sieuns hingegen verläßt. Gott würde uns durch solche Kraft inden Stand gesetzt haben, wegen der bevorstehenden Dinge dienöthigen Maßregeln zu ergreifen. Aber wer hat jemals um einesTraumes willen Maßregeln ergriffen, ohne nachher zu finden,wie er sich getäuscht habe? Wie hätte Gott, dessen Schöpfungenvon der höchsten Weisheit im Kleinsten wie im Größten zeugen,einzelnen Menschen ein Vermögen der Vorhersehung gegeben,das ihnen durchaus unnütz ist?

Es ist allerdings möglich, daß unter den tausend mannig-faltigen Traumbildern manche Vorkommen, welche mit den Be-gebenheiten der Tage nachher irgend eine zufällige Verwandt-schaft und Aehnlichkeit haben. Auch mag dieses in manchemzum Aberglauben geneigten Menschen die übertriebene Meinungvom wahren Werth eines Traumes genährt haben. Allein cswäre ungleich auffallender, wenn unter den zahllosen Vor-stellungen im Traum nie eine mit nachherigen Zufällen eineArt von Aehnlichkeir-besäße, als wenn sie solche zuweilen wirklichhat. Indem man aber das seltene und zufällige sogenannte Ein-treffen des Traumes als Wirklichkeit bemerkt, dagegen hundertandere Träume, nach denen sich doch nichts Aehnliches zu-getragen, oder was damit in Verbindung gebracht werdenkönnte, vergißt, wird des Menschen eigene Thorheit und Selbst-täuschung Ursache, daß er sich höhere Kraft in Träumereienzuschreibt, als er bei gesundem, wachendem Verstände hat.

Allerdings erzählt die heilige Schrift von wunderbarenTräumen, durch welche Gott Offenbarungen gab, und vonsolchen, welche ausgelegt und erfüllt wurden. Aber das göttlicheGesetz selbst verbietet, auf Träume zu achten (5.Mos. 13, 1 ff.);überhaupt verwirft es das unruhige, vorwitzige Blicken in dieZukunft, und verpönt das Geschäft der Wahrsager und Zeichen-deuter und deren Beobachtung als götzendienerisches Unwesen.Was nun schon Moses, der sonst seinem rohen Volle Manchesnacksab, verworfen, was die Vernunft mißbilligen muß: sollteich, als Jesu Schüler, an den Jrrthümcrn hangm? Sollteich aus Neugierde, um die von Gott verhüllte Zukunft zu