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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
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gleichsam noch in ihrer ersten rohen, unbehilflichen Kindheit desVerstandes lebten.

Kinder, welche den Traum noch nicht vom Wachen genauunterscheiden können, glauben in der Verwirrung ihrer Begriffeoft wirklich an Orten gewesen zu sein, oder das gesehen zuhaben, was ihnen ihre Einbildungkraft während des Schlum-mers vorgaukelt.

Es gibt jetzt noch unter den wilden Völkern solche, die daglauben, ihre Seele wandere während des Schlummers ihresLeibes aus, und lebe an andern Orten. Sie haben nicht Ver-standeskraft genug, sich zu erklären, wie man sich im Schlafeso lebendige Vorstellungen machen könne.

Andere, die schon in der Ausbildung ihres Verstandesgrößere Fortschritte gemacht haben, glauben zwar nicht andas Auswandern der Seele, aber sie glauben, die Träumekommen von den Göttern und seien vorbedeutende Offen-barungen der Götter. Diese Vorstellung findet man fast bei allenunwissenden Völkern des AlterthumS, bei Juden und Heidengemein.

So kam der lächerliche Glaube an die weissagende Kraft,an die Göttlichkeit der Hirngespinnste, welche wir Träumenennen, unter die Christen, und erbte bei den Unwissenden bisauf unsere Tage fort. Abergläubige Männer, welche sich dasAnsehen von Weisheit und Gelehrsamkeit gaben, und doch nicht,gleich den Heiden, ihre Träume von Gott herleiten wollten,meinten ihre Thorheit zu veredeln, wenn sie lehrten, unsereSeele habe im Schlafe eine vorhersehende, die Begebenheitender Zukunft ahnende Kraft.

Aber die Vernunft und die göttliche Offenbarung empörensich gegen solchen Jrrthum, den der schwache Mensch so gernfesthält, weil er sich mit nichts lieber, als mit dem Errathcnseiner Zukunft beschäftigt.

Dem festen Schlafe des gesunden Menschen fehlt jederTraum; erst nachdem der Körper seine Kräfte durch dmSchlummer ersetzt hat, und wieder ein taugliches Werkzeugder Seele geworden, gebraucht diese ihre Gewalt. Erst wird