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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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werden. Nur Sehende haben Gespensterfurcht; Blindgebornekennen sie nicht.

Daher begreifen wir die heilige Pflicht sorgsamer, achtchristlicher Aeltern, daß sie von ihren Kindern auf alle Weisedie thörichten Vorstellungen von Erscheinungen nächtlicher Un-holde entfernen; weder selbst durch schreckende Erzählungen dienatürliche Schüchternheit der Jugend mit abergläubiger AngstVermehren, noch durch unwissende oder muthwillige Dienstbotenund Hausgenossen vermehren lassen; dieser Aberglaube, welcherdie Quelle mancher bittern Lebcnsstunde ist, hat schon oft aufdie Gesundheit der Menschen den zerstörendsten Einfluß gehabt,und immer ungerechte, niedrige Vorstellungen von der Größe,Würde und Weisheit Gottes erzeugt.

In der That, seit Aeltern darauf dachten, ihren Kinderneine bessere Erziehung zu geben, seit die Erwachsenen durcheinen würdigem Religionsunterricht, durch eigenes Nachdenkensich über manche Vorurtheile und abergläubige Vorstellungenerhoben haben, ist die Gespensterfurcht schon sehr vermindertworden, und mit dem Verschwinden der thörichten Furcht habenDie Erscheinungen der nächtlichen Schrcckbildcr von selbst auf-gehört. Nur noch beim gemeinen Vock, dessen Erziehung undBelehrung am meisten verwahrloset, am schwersten zu bewirkenist, haben sich die irreligiösen Hirngcspinnste einer unwissendenVorwelt am längsten erhalten.

Aber auch in den sogenannten gebildeten Ständen ist noch einanderer Aberglaube fortdauernd geblieben, welcher der Religionund Vernunft eben so sehr widerspricht, als die Furcht vor ein-gebildeten Todtenerscheinungen und Nachtgespenstern. Dieser anvielen Orten, in vielen Familien noch herrschende Aberglaubeist die unverdient hohe Meinung vom Werthe der nächtlichenTräume und ihrer Deutung.

Kein Weiser, oder endlich Jesus nicht, hat den Träumen,oder auch nur einigen von ihnen, eine weissagende Kraft zu-geschrieben. Woher kam nun dieser Glaube zu den Christen?Er kam aus dem Heidcnthum; er kam von den Völkern, welche