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Aber immer und aus allen wechselnden Erscheinungen scheintuns Gottes Stimme zuzurufen: Ich bin, gedenke meiner!O Sterblicher, hebe deinen Blick von allem Irdischen zuweilenempor zu dem, was erhabener ist! Vergiß nicht über dem Ge-wand, welches du bewunderst, die Seele! Erinnere dich in derSchöpfung des Schöpfers, und in dem Staube, der seinenWerth und seine Gestalten ändert, des Bleibenden, des Ewigen!Ueberall und zu allen Stunden lehre uns, wie die heilige Schrift,so die heilige Natur: Du bist bestimmt, mehr als Thier zu sein;Du sollst nicht bloß mit dem Leib und für den Leib leben, sondernauch vorzüglich mit dem Geist und für den Geist!
So wie in jeder andern Tageszeit, verkündet sich die ewigeLieb/e der Gottheit auch in der Nacht durch besondere Arten derWohlthätigkeit. Während die Sonne unfern Gesichtskreis ver-läßt, und den Tag über die andere Hälfte des Erdballs glänzenläßt, versinkt bei uns Alles in Einsamkeit und Schweigen, daßnichts unsere Ruhe störe. Dem Schlummer ist die Dunkelheitsind die allgemeine Stille günstig. Nichts zerstreuet unfern Geist-oder fesselt unsere Aufmerksamkeit. Wie wir von der Wiege desSäuglings, vom Bette des Kranken jedes zu starke Licht oderGeräusch entfernen: so nimmt Gottes ewig wache Vatersorgedurch die weisesten Einrichtungen der Natur den Schlummerund die Ruhe eines halben Weltalls in freundlichen Schutz. Einsanfter Schlaf stellt die verlornen Kräfte wieder her, und mitDem erquickten Körper empfängt der Geist wieder ein Werkzeug,-zu allen guten Unternehmungen und Geschäften fähig.
Wenn die Natur uns zur Ruhe cinladet, sollen wir ihrenWinken folgen. Ungestraft verachtet kein Mensch die Gesetze dergöttlichen Welteinrichtung. Nichts zerstört leichter die Gesund-heit, als die muthwillige Verwandlung der Nacht in Tag undDie Beraubung des Schlafes in der Zeit, die ihm von der Naturgeweiht ist. Mit dem Verschwinden der Sonne verwandelt sichselbst der Zustand der Luft, die wir athmen, und alle lebendenGeschöpfe empfinden in sich die vorgegangene Veränderung, undan vielen Pflanzen sehen wir, wie sie beim Eintritt der Nachtihre Blätter zusammenfalten, ihre Blumenkelche verschließen; die
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