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6 (1837) Gott in der Natur
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sicher die erwachenden Kinder; sie sind ihm jede»: Morgen neueGeschöpfe aus Gottes Hand; die Gattin schließt zärtlicher denfrommen Gatten an ihr Herz; Gott hat ihn ihr erhalten. DieReligion verbreitet ihren sanften Glanz über alle Gegenstände,auch über das Geringste, indem sie das Herz zu mildern Empfin-dungen, zur Sanftmuth, zur Duldsamkeit, zur Liebe stimmt.

Einem Morgen, welchen uns die Religion verschönerte, kannkein trüber Tag folgen. Denn was wir thun, es ist mit Gottund in Gott gethan. Was wir erleben, es ist die Leitung derewigen Vorsehung, deren Weisheit höher, als aller MenschenVernunft, deren Güte unbegreiflich ist, wie unser ganzes Da-sein. Wir zittern vor keiner Gefahr, die uns bevorsteht, dennder sie uns sendet, ist unser Vater im Himmel. Wie er in derstillen Nacht für uns, für unsere Lieben wachte: so sind wirimmerdar, auch während des Tageslaufcs, der Gegenstandseiner Liebe.

Selbst der Leidende, den eine Krankheit auf sein Schmerzens-lager gefesselt hat, oder welchen die Last der Armuth beugt, oderwelchem Unglück in der Familie das Herz mit Kummer füllt,oder welcher schmerzlich einen begangenen Fehler zu büßen hat selbst er hat die Hälfte seines Leidens schon überwunden,wenn er sich in der Morgenstunde über das Irdische erheben,seine Seele gleichsam dem Himmlischen vermählen kann. DieFrucht der Morgcnandacht, wo sich die Seele muthiger undfreier ihrem Schöpfer entgegcnschwingt, ist jenes stille, un-überwindliche Vertrauen zum Urheber unserer Schicksale, istjene fromme, feste Hingebung in seinen Willen, die kein Un-gemach ganz stören mag. Die erste unserer Frühempfindungentönt gleichsam durch alles andere Geräusch des Tages in unsererSeele fort, wie oft ein Morgentraum unser Gemüth in einerbesondern Stimmung bis zum Abend hin erhalten kann. In derAndacht der gottgeweihten Morgenstunde erhebt der Geist sichleichter zu jener Höhe, wo man das Irdische erst nach seinerwahren Nichtigkeit schätzen lernt, und ihm nicht größer» Werthbeimißt, als cs verdient,