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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
27
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Der Mensch wird Greis, der Greis eine Leiche. Das Lebenwar ihm zwecklos. Was er erworben, bleibt dahinten; was ergenossen, ist verschwunden.

Wie anders erscheint dem geistigen Menschen, dem SchülerJesu, jeder Morgen des Lebens! Wie ganz andere Empsin-. düngen beleben sein gestärktes Gemüth, wenn er erwacht vomSchlummer! Er sieht dankend zu Gott empor -- denn nurdiesem lebt er, nur diesem erwacht er. Gottes Macht wares ja, die ihn beschirmte vor mancherlei Unfällen, währendAlles im tiefen Schlafe gefesselt dalag, und kein Anderer füruns wachte. Er sorgte für uns, inzwischen wir von uns selbstnichts wußten; so wie er schon unser gedacht hat, ehe wir dawaren. Es scheint jeden Morgen die Stimme Gottes an ihn zuergehen, wie sie einst an Hiob erging: Wo wärest du, da ichdie Erde gründete? Sage mir'ö, bist du so klug. Weißest du,wer ihr das Maß gesetzt hat? Oder wer hat ihr einen Ecksteingelegt? Da mich die Morgensterne mit einander lobetcn undjauchzeten alle Kinder Gottes. (Hiob 38, 47.)

Betend weiht er sich dem Allbarmherzigcn, dem Allerheilig-sten. Dankend sinkt er im Geiste vor der ewigen Liebe nieder.

Ohne Namen, ohne Schranken,

Gott, ist Deine Güre! DankenSoll die ganze Seele Dir;

Vater, wie viel thust Du mir!

Niemals, niemals wirst Du müde,

Vater, ach mit welchem Liede,

Welchem Herzen preis' ich Dich?

Ach, ich stammle: Staub bin ich!

Und doch darf ich vor Dich treten,

Kindlich, Vater zu Dir beten,

Ich, der ich auch diesen TagNichts, nichts ohne Dich vermag.

Gerne hörest Du mein Flehen,

Gerne willst du bei mir stehen,

Mir, so viel mein Her; umfaßt,

Thun, was Du verheißen hast.

Der Chrlst, wenn solche Morgcncmpfinoungen sein Gemüthheiligen, hat damit sein ganzes Tagewerk geheiligt. Er geht,ein besserer Mensch, in das Gewühl des alltäglichen Lebenshinaus, ohne sich darin zu verlieren. Der Vater grüßt freund-