unveränderlichen Glanzes. Es sind die verworrenen Strahlenvon Millionen und abermal Millionen entfernten Sonnen, esist das Licht von so weit im unermeßlichen Abgrund der Himmelbefindlichen Gestirnen, daß wir diese selbst nicht mehr sehenkönnen. Nur der letzte matte Schimmer ihrer Strahlen rührtnoch schwach unfern Blick. Wohnten wir auf einem andern,jener Milchstraße näher schwebenden Weltkörper, dann würdenwir, statt des weißglänzenden breiten Streifens am Himmel,einen Ozean von Glanz und Licht aus Milliarden Sonnen,Stern so dicht an Stern gedrängt sehen, daß Alles nur eineinziges Feuer zu sein schiene.
Die verwegenste Einbildungskraft schaudert in dieser Grenzen-losigkeit der Schöpfungen furchtsam zurück. Und könntest du mitFlügeln, schneller als der Blitz, schneller als das Licht, schnellerals der Gedanke, von Stern zu Stern dich schwingen; hättestdu die Erde und ihre Sonne weit hinter dir zurückgelassen —und flögest du von einem Jahrtausend durch das andere Jahr-tausend — du suchtest vergebens das Aufhören des Weltalls.Immer neue Gestirne, neue Schöpfungen würden dir aus end-losen Entfernungen entgegenstrahlen. Und hättest du sie erreicht,so würden sich wieder neue glanzvolle Welten aus neuen Fernendir offenbaren. Du siehest kein Ende, kein Ufer. Du verlierstdich schwindelnd in der Ewigkeit des Seins. Du erreichst nichtden Saum der Allmacht und ihrer Wirkungen.
So viel es menschliche Erfindung und Kunst bisher ver-mochte, ist die Natur-und Gestalt und äußere Oberfläche deruns am nächsten stehenden Weltkörper untersucht. Der Mondsteht uns so nahe, daß die Sternseher durch Hilfe ihrer Werk-zeuge schon einen Punkt daran erkennen, was auf Erden eineder größten Städte sein würde. Man hat in ihm zahlreicheGebirge, zahlreiche Thäler entdeckt. Aber jene Gebirge desMondes scheinen ganz anderer Art, wie die Berge auf Erdenzu sein. Viele durchziehen in langen Ketten den ganzen Welt-körper; andere gleichen einem Ringe, dessen Inneres dunkelist. — Eben so wunderbar ist die Sonne. Bei genauen Be-obachtungen ist es wahrscheinlich geworden, daß auch die Sonne,