Die Weisheit des Schöpfers hat dies Alles nicht vergebensalso geordnet. Nicht vergebens mahnt er mich durch die Nächte,welche den Erdball verdunkeln, an die Zeit, da er auf immerunter mir verschwinden wird. Nicht vergebens läßt Gott diestrahlenden Welten des Himmels aus unermeßlichen Fernenallmälig auf mich niederleuchten. Sie mahnen mich an dieErscheinungen der Ewigkeit, an mein Fortdauern jenseits desTodes. Jene entfernten Sterne find Wcltkörper, alle un-endlich größer, als der Erdball, welchen ich jetzt bewohne.Sie schimmern noch mit ewigem Licht aus der Unendlichkeitnieder. Sie verkünden die Größe des Schöpfers, die Gnadedes ewigen Vaters, sie sind die Wohnungen im göttlichenWeltall.
Die Hälfte meines Lebens ist Tag; die Hälfte meinesLebens kann ich mich irdischen Geschäften weihen und dieserWelt gehören. — Aber auch die Hälfte meines Lebens istNacht, und fremde Welten flammen im unendlichen Firmamentüber mir, die mir zu sagen scheinen: „Betrachte uns! Dugehörst nicht der Erde allein an; du gehörst auch dem Himmelan. Du bist aus Leib und Geist zusammengesetzt; deine Zeitbesteht aus Tag und Nacht; du gehörst zur Hälfte dieser Welt,aber auch zur Hälfte der Ewigkeit an. Vergiß über der Erdenicht des Himmels!"
Wie gleichgültig aber geht der Sterbliche unter der Prachtdes gestirnten Himmels hin; wie selten erhebt sich beim Anblickdesselben sein Gemüth zu der Majestät des Schöpfers! Erahnet nicht die Größe der Allmacht; er versteht die Zeugen derEwigkeit nicht, die zu ihm sprechen. Höchstens bewundert er mitkindlichem Wohlgefallen die glänzenden Punkte am Firmament,und freut sich der tausend ewigen Feuer über seinem Haupte,ohne weiter zu gehen in seinen Betrachtungen, gleich dem Thicre,welches unbekümmert und gedankenlos durch die Wunder derSchöpfung hingeht.
Aber nicht also du, o wahrhafter Jünger Jesu, v Christ! —Nie erscheine dir die Pracht und Herrlichkeit des Sternen-himmels, ohne den Gedanken der Ewigkeit zu fassen. — Nie