295
Fünftes Kapitel.
Von d e in O h r.
v..
§^ie Gestalt und Lage des äußern Ohrs bedarf keiner Be-schreibung; seine innere Substanz ist Knorpel, wodurch seineGestalt bestimmt wird, ohne daß es Brüchen ausgesetzt ist.Sein Nutzen ist Töne zu sammeln, und ihnen die Richtungnach dem Gehsrgancz") zu geben, welches derjenige Wegist der zur Paucke führt; dieser Weg ist mit einer drüsichtenMembran bekleidet, in der sich auch einige Haare befinden.Das Ohrenschmalz (Lerrnnen surium) welches von diesen'Drüsen abgesondert wird, ist über diese ganze Membran undihre Haare verbreitet, und dient sie vor der äußern Luft zuschützen, undJnsecten die etwa ins Ohr kriechen könnten, ein-zuwickeln. Zuweilen wird dieses wachsartige Wesen in zugroßer Menge abgesondert, so daß es den ganzen Weg an-füllt und Taubheit verursacht; und die starken Ausleerungeneiner eyterartigen Materie aus dem Gehörgang, die man ge-wöhnlich Ohrgeschwüre nennt, können wie ich glaube, nichtsals Vereiterungen oder sehr häufige Absonderungen dieser Drü-
T 4 sei
*) Man unterscheidet diesen halb knöchernen und halb knor-pelichten Gang der am Trommelfell qufhört, vom innernGehörgang, und nennt ihn den äußern (IVleatus suäito-rius externus). Der innere Gehörgang ( IVlestus su-^itorius internus) ist ein Canal der vom hintern Theildes Felsenbeins sich in dasselbe einige Linien tief erstreckt,und sich durch kleine Oeffnungen, durch welche der wei-che Theil des Gehörnervens (Portio mollis teptimi Pa-ris) geht, ins Labyrinth öffnet. Durch eine Oeffnungsteht er mit dem fallopischen Lanal (Hguse lluÄu« ksl-lopii) in Verbindung.