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W. Cheselden's Anatomie des menschlichen Körpers : Mit vierzig Kupfertafeln nach Vandergucht von Riepenhausen
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Seite
296
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»§6 Fünftes Kapitel.

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sen seyn. An dem hintern Ende des Gehörganges liegt daspauckenfell (kckembrsns t^mpgni), welches über einenknöchernen, beynahe cirkelrunden Reif ausgespannt ist. SeineLage ist in Menschen und vierfüßigen Thieren beynahe wag-recht, gegen den Gehörgang geneigt, welches die beste Lagezur Aufnahme der Töne ist; da ein großer Theil von ihnengewöhnlich von der Erde zurück geworfen wird. Es ist inMenschen und vierfüßigen Thieren nach außen concav, inVögeln aber ist es nach außen gewölbt, so daß seine obereSeite beynahe gegen den Horizont senkrecht steht, welches siegeschickter zu machen scheint, eines das andere zu hören wennsie hoch in der Luft sind, wo sie nur wenig zurück geworfeneTöne empfangen können. Diese Membran verschließt denWeg nicht gänzlich, sondern läßt an einer Seite eine kleineOeffnung die mit einer Klappe bedeckt ist. Ich fand einmahlden Weg in einem Manne den ich zergliederte, halb offen,der dennoch nicht taub gewesen war; und ich habe gesehen daßein Mann eine ganze Pfeife Taback so rauchte, daß er allenRauch zum Ohr heraus stieß, der also aus dem Munde durchdie eustachische Röhre und das Pauckenfell gehen mußte, unddieser Mann hörte vollkommen gut. Diese Fälle veranlaßtenmich, das Trommelfell in beiden Ohren eines Hundes ent-zwey zu stoßen, sein Gehör wurde dadurch nicht vernichtet,aber einige Zeit hindurch entsetzte er sich vor jedem starkenSchall. Hr. Sr. Andrer hat mich versichert, daß bey ei-nem seiner Kranken das Pauckenfell durch ein Geschwür zer-stört worden, und die Gehörknochen herausgefallen sind, ohnedaß sein Gehör verlohren gegangen wäre. Aus diesem undandern ähnlichen. Fällen kann man schließen, daß das Trom-melfell, obgleich es beym Hören von Nutzen ist, doch nichtder Sitz dieses Sinnes sey; und wenn irgend eine Krankheitdieser Membran den Tönen den Weg zu den innern Theilendes Ohres, welche der Sitz dieses Sinnes sind, verschließensollte, so würde man durch einen künstlichen Weg durch dieseMembran das Gehör wieder Herstellen können, so wie mandurch Hinwegbringen der crystallenen Feuchtigkeit, wenn sie

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