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W. Cheselden's Anatomie des menschlichen Körpers : Mit vierzig Kupfertafeln nach Vandergucht von Riepenhausen
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294 Viertes Rapirel. Von dem Auge.

cherheit und so leicht thun könnte. In er meynte, Blindheithätte noch den Vortheil, daß er überall viel besser im Fin-stern hingehen könnte, als die welche sehen könnten; und nach-dem er sein Gesicht hatte, verlohr er diese Eigenschaft nichtsogleich, und bedurfte keines Lichts um des Nachts im Hauseumher zu gehen. Jeder neue Gegenstand, sagte er, macheihm neues Vergnügen, und sein Vergnügen war so groß,daß ihm Worte fehlten es auszudrücken; seine Dankbarkeitaber gegen den der ihn operirt hatte, konnte er nicht verber-gen, die erste Zeit konnte er ihn nie sehen, ohne daß Freu-denthränen in seine Augen traten, und andere Zeichen seineEmpfindung ausdrücktenund wenn es geschah daß er ihn zuder Zeit wo er ihn erwartete nicht besuchte, so war er so ver-drüßlich, daß er sich nicht enthalten konnte über seine Tau- -schung laut zu klagen. Als er ein Jahr nachdem er sein Ge-sicht erhalten hatte, auf die Epsomer Hügel geführt wurde,und hier eine weite Aussicht genoß, machte ihm dieß außer-ordentliches Vergnügen, und er nannte es eine neue Art zusehen. Jetzt, da ihm vor kurzem an dem andern Auge auchder Staar gestochen worden, sagt er, daß anfänglich ihmdurch dieses Auge die Dinge groß, aber doch nicht so großgeschienen, als anfänglich durch das erste Auge; und wenn ermit beiden Augen nach einem Gegenstand sah, so schien esihm, als sei) der Gegenstand noch einmahl so groß als wenner ihn mit dem erst operirten Auge allein besähe, aber so vielwir irgend bemerken können, sieht er nie Gegenstände doppelt.

Ich habe verschiedenen andern Blindgebohrnen denStaar gestochen, und die Beobachtungen die ich dabey machtewaren diesen ganz gleich, da sie aber alle jünger waren, sokonnten sie nicht ihre Wahrnehmungen so vollkommen aus-drücken als dieser junge Mensch.

Fünf--