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Vstl dem Auge.
Erzählung einiger Beobachtungen die an einem jun-gen Menschen gemacht worden, der blind gebohrmwar, oder sein Gesicht wenigstens so ^ früh verlorenhalte, daß er sich nicht erinnern konnte, je gesehenzu haben, und der sein Gesicht zwischen dem drey-zehnten und vierzehnten Jahre seines Alters durchDie Staaroperacion wieder erhielt.
Obgleich ich von diesem jungen Menschen sage daß erblind war, wie wir von allen Leuten sagen, die reife graueStaare haben, so sind diese Leute doch nie so blind, daß sienicht sollten Tag und Nacht unterscheiden können, und meh-rentheils unterscheiden sie bey sehr starkem Licht, weiß, schwarzund scharlach; die Gestalt eines Dinges aber können sie nichtwahrnehmen; denn da die Lichtstrahlen, durchweiche sie dieseWahrnehmungen erhalten, schief in die wässrichte Feuchtig-keit, oder auf die vordere Fläche der crystallnen einfallen, wel-che letztere sie nicht in einen Punkt auf der Netzhaut sammelnkann, so können sie auf keine andere Art Gegenstände unter-scheiden, als wie etwa ein gesundes Auge durch ein Glasvoll Zerbröckelter Gallerte *), wo eine große Menge Ober-stächen das Licht so verschieden bricht, daß die verschiedenenStrahlenbündel, nicht von dem Auge in ihren eignen Focusgesammelt werden können, so daß also die Gestalt eines Ge-genstandes gar nicht, wohl aber die Farbe desselben unter-schieden werden kann. Dieß war auch der Fall bey diesemjungen Menschen, denn obgleich er bey starkem Licht dieseFarben unterschied, so waren doch, als er sie, nachdem ihmder Staar gestochen worden, wieder sah, die schwachen Ideendie er vorher von ihnen gehabt hatte, nicht hinreichend, siejetzt wieder zu erkennen, deswegen hielt er sie jetzt gar nichtfür dieselben welche er vorher unter diesen Nahmen gekannthatte. Jetzt schien ihm Scharlach die schönste von allen Far-ben, und von den andern gefielen ihm die lebhaftesten am
T 2 besten;
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