Druckschrift 
W. Cheselden's Anatomie des menschlichen Körpers : Mit vierzig Kupfertafeln nach Vandergucht von Riepenhausen
Entstehung
Seite
269
Einzelbild herunterladen
 

Von denGeburrsrheilen des weibl Geschlechts. 269

chen Saamen aus der Gebährmutter zu den Eyerstöcken zuführen, damit daselbst die Eyer von ihm zur Empfängniß, durchdrungen würden; indessen scheinen sie zu diesem Zweckso übel eingerichtet, daß viele geglaubt haben, es müsse nocheinen andern Weg aus der Gebahrmutter zu den Eyerstöckengeben; wenn wir aber die Fälle erwägen, wo man gefunden,hat, daß die Empfängniß in diesen Röhren geschehen, und! die genaue Aehnlichkeit betrachten die sich zwischen diesen Röh-ren und denen der Vögel befindet, in denen wir doch die deut-lichsten Beweise des Durchgangs des Saamens durch dieseRöhren, und der Befruchtung der Eyer aus diesem Wege,und des Ganges der Eyer aus dem Eyerstocke durch die Röh-ren haben, wo dieß wahrscheinlich mit noch weit größererSchwierigkeit als bey Weibern geschieht; und überdieß, wieoft findet man nicht in den fallopischen Trompeten der Wei-, ber, eine Materie die wie männlicher Saamen aussieht (diewie ich glaube wirklicher Saamen ist), wie ich in KörpernHingerichteter Leute, und in einer öffentlichen Hure die plötz-lich starb, gefunden habe; hieraus also scheint es mir bey-nahe gewiß zu seyn, daß der Saamen durch die fallopischenTrompeten zu den Eyerstöcken geht, um Eyer zu befruchten(impreAngte); und durch dieselben Röhren wieder in die Ge-bährmutter zurück kommt. In einer Frau fand ich beidefallopische Trompeten verschlossen, welches, nach der vorge-tragenen Hypothese, Unfruchtbarkeit muß verursacht haben;und Saamen der sich in diesen Röhren aufhält, kann dieselbeWirkung verursachen; dieß glaube ich ist oft der Fall beyliederlichen Weibspersonen, und bey Weibern die zu oft denBeyschlaf leiden; vielleicht kann auch das Fett in der Mem-bran welche die Eyerstöcke mit den Trompeten verbindet, insehr fetten Weibern, diese Röhren von den Eyerstöcken soentfernt halten, daß dadurch die Befruchtung gehindert wird;außer diesen Fällen, kann auch zu häufige oder zu geringemonatliche Reinigung die Empfängniß hindern oder unter-brechen; der letzte Fall aber ist, vorzüglich in jungen Frauens-personen , sehr selten. In solchen Ursachen wie die eben er-wähn-