Druckschrift 
W. Cheselden's Anatomie des menschlichen Körpers : Mit vierzig Kupfertafeln nach Vandergucht von Riepenhausen
Entstehung
Seite
196
Einzelbild herunterladen
 

I9§

Achtes Rapirel.

/

weder die verhaltnißmäßige Geschwindigkeit der Bewegungdes Bluts in den verschiedenen Gefäßen, noch die Mengedes BlutS in einem thierischen Körper, noch die Zeit bestim-men, in der die ganze Blucmasie, oder eine der ganzen Massegleiche Menge, durch das Herz fließt. Wenn aber jede Herz-kammer sünfUnzen Blut enthalten kann, und wenn beide beyjeder Zusammenziehung lind Ausdehnung ganz ausgeleert undangefüllt werden, welches, wie ich glaube in der That ge-schieht; und wenn achtzig Pulsschläge in der Minute als einemittlere Zahl angenommen werden, so fließen in einer Mi-nute fünf und zwanzig Pfund Bült durch jede Herzkammer.D. Aeil hat gezeigt, daß die Summe aller Flüssigkeiten' meinem Menschen die Summe aller festen Theile'übertristk,und demungeachtet beträgt die Menge Bluc welche alsö Pcbk-bare Schlagadern enthalten, weniger als vier Pfund; undwenn ich annehmen darf, daß alle sichtbare Blutadern, diePfortader mit eingeschloflen, viermal)! so viel enthalten, soist die Summe des Ganzen was alle sichtbare Blutgefäße ent-halten, noch nicht zwanzig Pfund; das Ganze aber was siewirklich enthalten, beträgt wenig mehr, als die Blutadernallein enthalten können; denn in tobten Körpern findet manbeständig die Schlagadern fast ganz leer. Wie viel aber dieunsichtbaren Schlag - und Blutadern, unter denen ich nur diewelche eine so zusammen gesetzte Flüssigkeit wie die größer»Gesäße führen, verstehe, enthalten mögen, weiß ich aufkeine Weise zu beurcheilen, bevor inan nicht das Verhältnißkennt, was diese Gefäße zu denen haben, die die Nahrungs-saste lind bloßes Serum (wofern solche existiren) ohne Blut-kügelchen führen. Ist nicht unter sonst gleichen Umständen,die Geschwindigkeit des Bluts in allen Thiercit in Verhält-nis; mit der Größe ihrer Thängkeit, und ihr Bedürfniß vonNahrung gleichfalls in Verhältniß mit ihrer Thätigkeic?Wenn dem so ist, so sieht man wie die Thiere welche sich imWinter nicht bewegen und deren Blut also sehr langsam um-läuft, ohne frische Nahrung ausdauren können, indem anderedie etwas thatiger sind, etwas mehr Nahrung erfordern;

und