Von den Schlag und Bluradektt. 195
lenen Flüssigkeiten herrührt. Wenn aber solche Gemäße vor-handen sind, als nur glauben, so wird die Geschwindigkeitder Bewegung der in ihnen enthaltenen Flüssigkeiten, nichtetwa von dem Verhältniß abhangen, das sie zu den Gefäßenhaben aus denen sie entspringen, sondern von der Geschwin-digkeit mit der ihre Flüssigkeiten aus den Schlagadern in sieabgesondert werden, und von dem Derhältniß der Durch-schnitte aller ihrer Mündungen zu der Summe ihrer eigenenDurchschnitte in einer gegebenen Entfernung in der man dieGeschwindigkeit der Bewegung ihrer Flüssigkeiten erforschenwollte. Und die Stärke der Häute dieser Gefäße darf nichtallein um so viel geringer seyn als die Stärke der Häute eb-ner Schlagader, um wie viel ihre Durchmesser geringer sind,sondern.auch um so viel als die Geschwindigkeit der Bewegungihrer. Flüssigkeiten geringer, und die Bewegung selbst gleich-förmiger ist, als die Geschwindigkeit und Bewegung desBluts in einer Schlagader.
Die Häute der Blutadern sind, bey Vergleichung vonGefäßen mit gleichen Durchmessern, weit dünner als die devSchlagadern, denn da sich das Blut in den Blutadern lang-samer als in den Schlagadern bewegt, so drückt es mit gerin-gerer Kraft gegen ihre Wände; und überdieß hat das Blutin den Blutadern beynahe eine gleiche einförmige, in denSchlagadern aber eine sehr ungleiche Bewegung, wodurcheine fernere Verschiedenheit in der Stärke ihrer Häute nöthigwird, denn die der Schlagadern muß sich nach dem größtennatürlichen Druck richten, und wenn das Schlagaderbluk, dasin den Blutadern enthaltene'fortstößt, so entsteht ein dritterGrund der verschiedenen Stärke ihrer Häute.
Wenn man alles gesagte in Erwägung zieht, so siehtman, daß es sehr schwer ist, das Verhaltniß der flüssigenTheile eines thierischen Körpers gegen das der festen, miteiniger Genauigkeit zu bestimmen, und eben so auch das Ver-hältnis; der Summe aller der kleinsten Schlagadern zur Aortazu bestimmen; und ohne das, kann man, wie ich glaube,
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