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W. Cheselden's Anatomie des menschlichen Körpers : Mit vierzig Kupfertafeln nach Vandergucht von Riepenhausen
Entstehung
Seite
197
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Von den Schlag- und Bluradern. is7

und diejenigem die ihren Körper im Sommer und Wintergleich stark bewegen, bedürfen zu allen Zeiten gleich viel Nah-rungsmittel, da der Zweck des Essens und Trinkens der ist,das zu ersehen was durch Anstrengung des Körpers und dieBewegung des Bluts vernichtet oder unbrauchbar gemachtworden. Und ist nicht die geringere Geschwindigkeit desBlutumlauss in einigen Thieren, die Ursache warum Wun-den und Quetschungen ihnen nicht so leicht das Leben rau-ben, als solchen Thieren in denen der Vlutumlauf schnel-ler ist?

Ich hatte einen Kranken, dessen Muskeln an der in-ner» Seite des Schenkels durch Krampf zerrissen waren"),wodurch eine starke Vlutergießung zwischen die Muskelnentstand. Die Geschwulst wurde geöffnet, und nun fandman daß es nothwendig war das Glied abzunehmen. DerKranke, der viel Blut durch die Wunde! verlor, befand sichbis zum zehnten Tage wohl, aber nun kam der Krampf inden Stumpf mit solchen heftigen Schmerzen wieder, daßder Patient davon starb. Mir ist nur noch ein Fall dieserArt bekannt, der sich auf gleiche Weise endigte.

Wenn Gesäße durch Quetschungen, gewaltsame Aus-dehnungen, oder aus irgend eine andere Art, ohne eine äußereWunde zerrissen sind, so sind Purgiermittel (die hier zuträg-licher sind als man sich wohl erklären kann) und kalte Um-schläge allezeit geschickt, Ergießungen von Blut und Serum,so viel wie möglich zu verhüten. Sind aber die Zerreißun-gen erst geheilt, was in Zeit von acht oder zehn Tagen ge-schehen kann, und ist der Schmerz beynahe vorüber, dannkann man warme Arzeneyen mit Opium oder Hirschhorngeist(welche die geronnenen Feuchtigkeiten kräftig auflösen) an-wenden, um die ausgetretenen Feuchtigkeiten zu verdünnenund zu zertheilen.

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