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W. Cheselden's Anatomie des menschlichen Körpers : Mit vierzig Kupfertafeln nach Vandergucht von Riepenhausen
Entstehung
Seite
190
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i9o Achtes Aapirel.

Hungen und Ausdehnungen, und die Herzohren und Herz-kammern wechselseitige Wirkungen haben."

Wenn man annimt, daß sich bey jeder Systole, dieSchlagadern um den vierten Theil des Quadrats ihrer Durch-messer zusammen ziehen, und wenn das Herz nicht bey jederSystole eine Blutmenge ausstößt, die gleich dem viertenTheil des soliden Inhalts aller Schlagadern wenn sie ausge-dehnt sind, ist, so ist es einleuchtend daß das Herz das Blutnicht durch das ganze Schlagadersystem fortstößt, sondernnur in so viele der ihm zunächst sich befindenden Schlagadernals zusammen viermahl mehr Blut enthalten, als aus ein-mahl aus der linken Herzkammer ausgestoßen wird, und nunstößt dieser Theil der Schlagadern das Blut weiter, und dehntdie Nächstliegenden Schlagadern aus, und so fort. Wennaber der Inhalt aller Schlagadern zusammen genommen inihrer größten Ausdehnung, den Inhalt während ihrer stärk-sten Zusammenziehung, gerade um so viel übertrifft, als dieMenge des Bluts beträgt, die bey jeder Systole aus der lin-ken Herzkammer ausgestoßen wird, welches wie ich glaubein der That so ist; so stößt jede Zusammenziehung des Her-zens das Blut durchs ganze Schlagadersystem. Dieses kannder Grund seyn, warum die größten Thiere, unter sonst glei-chen Umständen, den langsamsten Puls und die wenigste Leb-haftigkeit in ihren Bewegungen haben; und vielleicht auch,aus dem nähmlichen Grunde, verhältnißmäßig wenigererNahrungsmittel bedürefn. Da die Durchschnitte aller ent-fernten Gefäße größer sind als ein Durchschnitt der Aorta, sowird das Blut um so viel langsamer in die kleinern Gefäßeals in die größer» einftrömen, um wie viel die Durchschnittealler kleinen Gefäße zusammen genommen, den Durchschnittdes oder der großen Gefäße übertreffen. Die Stärke derHäute der Schlagadern, müßte, wenn das Blut gleichför-mig gegen alle Seiten drückte, sich unter sonst gleichen Um-ständen, gegen einander wie ihre Umfänge verhalten; dennum so viel eine Schlagader größer als eine andere ist, um so

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