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W. Cheselden's Anatomie des menschlichen Körpers : Mit vierzig Kupfertafeln nach Vandergucht von Riepenhausen
Entstehung
Seite
189
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Von den Schlag- und Blutadern. i8s

ten oder gelähmt sind, evident machen. Daß die Nee-ren des Herzens zn demselben zwischen den Herzohren undSchlagadern gehen, und daß die Kranzschlagadern aus derAorta hinter den halbmondförmigen Klappen entstehen;welches beides durch Zergliederung bewiesen ist. Wennnun beide Herzohren und Herzkammern bereit sind, sich beyder ersten Mittheilung von Bewegung, zu gleicher Zeit zu-sammen zu ziehen, so werden die Herzkammern, wie vr.Aeil sehr richtig bemerkt, da sie stärker sind sich zuerst zu-sammen ziehen, und das Zusammenziehen der Herzoh-ren hindern, die zu gleicher Zeit durch das Einströmen desBluts aus den Blutadern sehr ausgedehnt seyn müssen, wel-ches die Schlagadern gleichfalls durch das aus den Herzkam-mern ausgestoßene Blut sind. Die Nerven des Herzensalso die zwischen beiden liegen, werden zusammengedrückt,und der Umlauf der flüssigen Materie in ihnen wird ge-hemmt; zu gleicher Zeit drückt das Blut das aus der lin-ken Herzkammer in die Aorta strömt, die Klappen dieserSchlagader gegen die Mündungen der Kranzsthlagadern, sodaß kein Blut in die Substanz des Herzens einstießen kann.Nun, da beide Ursachen der Zusammenziehung fehlen, mußdieser Muskel nothwendig gelähmt werden. Da nun derWiderstand der die Zusammenziehung der Herzohren hin-derte, gehoben ist, so werden sie jetzt ihr Blut in die Herz-kammern stoßen, und da der Zudrang des Bluts aus demHerzen in die Schlagadern nun auch aufhört, so werden diebeiden großen Schlagadern zusammengezogen werden. DieNerven sind nun also wieder von dem Druck befreyet, undda die Klappen der Aorta wieder zurück gegen die Mündungder Herzkammer gestoßen sind, so stießt das Blut in dieKranzschlagadern des Herzens; die Herzkammern sind alsovon neuem mit den beiden Flüssigkeiten, auf denen ihre Zu-sammenziehung beruhet, versorgt, und müssen also wiederwirken. So lange also diese Ursachen bestehen, werdenauch ihre Wirkungen erfolgen; das heißt: solange als dasGeschöpf lebt, muß das Herz abwechselnde Zusammense-tzungen