i68 Siebentes Kapitel. Vsn dem Brustfell,
ten Versuche hergenommen werden, daß ein Mann in einerTaucherglocke in einer Minute beynahe ein Gallon frische Luftbedarf; wenn nun in diesem Fall der bloße Druck erfordertwürde, warum steigen sie oft so tief, daß der Druck der Luftdrey oder viermahl so stark ist als auf der Oberstäche der Erde,und empfinden doch von diesem Druck keinen Vortheil; fer-ner sind auch Beweise für das Eintreten der Luft auf diesemWege, daß Thiere so leicht in einer Luft sterben in der wasverbrannt worden, und daß sie so leicht in einer Luft schwind-licht werden, die stark mit geistigen Dünsten erfüllt ist. Ueber-dieß wenn Druck der Luft aus die Zellen der Lungen ihr ein-ziger Nutzen ist, so sehe ich nicht ein, warum er nicht starkgenug bcn einem Gehangenen seyn sollte, wenn nur die Mus-keln des Thorax auf die Luft wirken die in dem Thorax gelas-sen wurde, als der Strick erst befestiget ward; und doch er-folgt der Todt durchs Hängen auf keine andere Art, als durchUnterbrechung des Athmens, wie ich durch zuverläßige Ver-suche gefunden habe. D. Dracke hat sich bemüht zu zeigen,daß der Nutzen des Athemhohlens der ist, zur Zusammen-ziehuug des Herzens mit zu wirken; sollte aber dieser Nutzenstatt haben, so würde erfordert, daß die Ausdehnung und Zu-sammenziehung des Herzens mit dem Aus - und Einathmenimmer zugleich geschähe, was aber der Erfahrung wider-spricht *). Die Lungen der Thiere sind, bevor sie durch Luftausgedehnt worden, specisisch schwerer als Wasser; werdensie aber aufgeblasen, so werden sie specisisch leichter undschwimmen auf demselben; dieser Versuch kann geinacht wer-den um zu erfahren ob ein todtes Kind so gebohren worden,oder nicht; wenn aber das Kind nur ganz wenig geathmet
hat,
cch.
*) Da dies; kein physiologisches Handbuch ist, so würde esunzweckmäßig seyn, die Erweiterung unserer Kenntnissein Absicht deck Verrichtungen der Lungen als Werkzeugedie das mit Recht so genannte ?r-bu1nm vitse aus der Luftabwndern und zur Erzeugung der thierischen Wärme bey-tragen, hier aus einander zu setzen.