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W. Cheselden's Anatomie des menschlichen Körpers : Mit vierzig Kupfertafeln nach Vandergucht von Riepenhausen
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148
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148 Viertes Aapirel. Von dem Bauchfell,

unverdauet, und kleine Früchte, als Johannisbeeren unzer-malint, rind Würmer unverletzt durch den Magen und dieGedärme gehen. Aus diesen: wird mir, durch die Verglei-chung unsers Magens mit denen der erwähnten Thiere, wahr-scheinlich , daß in uns die Verdauung durch ein 'Auflösungs-Mittel geschieht, welches hauptsächlich der Speichel ist, des-sen Wirkung durch die Wirkung des Magens und der Bauch-muskeln, und durch die Neigung zur Auslösung die in allentodten Körpern liegt, gelinde unterstützt wird. Denn Ver-dauung ist nichts anders als Verderbunq undFaulniß unsererNahrungsmittel, darum sind auch Speisen, die durch Salzund geistige Sachen vor Verderbung geschützt sind, sehrschwer verdaulich und ungesund *). Nichtsdestoweniger wer-den eben diese Salze und geistige Flüssigkeitei:, wenn das ver-dauende Auflösungsmittel des Magens zu roh ist, mäßig ge- 'braucht zu einein Arzeneymictel; und obgleich lauge eingesal-zene Speise so sehr ungesund ist, so schcinr das nicht von demSalz selbst herzurühren, sondern daher daß die Speise durch jdas lange Einsalzen unverdaulich geworden; dem: diejenigenwelche Salz in der größten Menge bei) ihren Mahlzeiten es-sen, sind dadurch nicht denselben Beschwerden ausgesetzt. Undda dieses verdauende Auflösungsmittel, wenn der Magen leerist, diejenige unangenehme Empfindung erregt, welche wirHunger nennen, so wird hierdurch unstr Appetit und unsereVerdauung, beides in Absicht der Zeit und der Menge noth-wendig bestimmt.

Der Zwölffingerdarm , (Duodenum) ist der ersteder drey dünnen Gedärme; er fängt sich am untern Magen-mund an, und schlägt sich von hier nach unten zu zurück; erst

geht

Daß die Verdauung durch die auflösenden Kräfte desSpeichels und Magensaftes bewirkt wird, beweisen Spal-lanzanis Versuche aufs entscheidendste, dieselben aber zei-gen uns auch daß, weit entfernt daß dieseAuflösung durcheine Fäuiniß geschehen sollte, diese auflösenden Säfte diestärksten antiscplischen Kräfte besitzen.

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