476
a!Z das 'Aussuchen neuer Silber - und Goldbergwerke.Es ist vielleicht die schärlicbste Lotterie in der Welt, odereine solche, worin der Vortheil derer, welche Gewinnsiebekommen, in gar keinem Verhältnisse mit dem Ver-luste derer sieht, welche Nieten ziehen; denn ob gleichder Gewinnste wenig , und der Nieten viel sind: so be-trägt doch gemeiniglich die Einlage das ganze Vermögeneines reichen Mannes. Anstatt daß Bergweikspre-jecte das darauf verwendete Kapital mit den gewöhn-lichen Zinsen vergüten sollten, verschlingen sie insgemeinKapital und Zinsen. Sie sind also Unternehmungen,die ein weiser Gesetzgeber, der das Vermögen seines-Volkes vermehren will, am allerwenigsten besondersaufmuntern, oder ihnen einen größer» Theil dcö Lan-deskapitals zuwenden sollte, als ihnen von selbst zustie-ßen würde. Fast alle Menschen sitzen wirklich in ihreigenes gutes Glück ein so ungereimtes Vertrauen, daß,wo nur die geringste Wahrscheinlichkeit des guten Er-folges bey einem Bergbau vorhanden ist; nur zu vieleKapitalien demselben von freyen Stücken zustießen.
Ob nun gleich gesunde Vernunft und Erfahrungüber Projekte dieser Art jederzeit sehr ungünstig gcur-theilt haben: so hat doch die Habsucht der Menschenganz anders geurcheilt. Eben die Leidenschaft, die somanchcm Menschen den thörichten Gedanken von den:Steine der Weisen eingegeben hat, hat in andern deneben so thörichten Wahn von unermeßlich reichen Gold-und Silbcradcrn hervorgebracht. Sie haben nicht er-wocen, daß der Werth dieser Metalle, zu allen Zeitenund bey alle» Völkern, hauptsächlich auf ihrer Selten-heit beruhet habe, und daß ihre Seltenheit von der sehr
gerin-