Druckschrift 
2 (1799)
Entstehung
Seite
364
Einzelbild herunterladen
 

theil Monaten, eben so mäßig werden, als die übrigenEinwohner. Wenn in Großbritannien die 'Auflage auffremden Wein und die Accist auf Malz und Bier aufeinmahl abgeschafft würden: so möchte das vielleicht an-fangs unter den niedrigen und mittlern Klaffen eine Zeit-lang eine allgemeine Vollern) veranlassen; aber es wür-be auch bald eine bleibende, und beynahe allgemeineNüchternheit darauf folgen. . Gegenwärtig herrscht dasLaster der Trunkenheit kei'ncöweges unter Lenken vonStande oder solchen, welche die theuersten Getränke ambestell bezahlen können. Ein Mann von Erziehung,der sich in Biere bccrinkt, ist etwas unerhörtes. Uc-berdieß zwecken die Beschränkungen des WeinhandelS inGroßbrikannien nicht sowohl darauf ab, die Lenke abzu-halten, daß sie nicht ins Weinhaus gehen, als viel-mehr, daß sie nicht dahin gehen, wo sie das beste undwohlfeilste Getränk kaufen können. Man begünstigtdamit den portugiesischen Weinhandcl und erschwert denfranzösischen. Die Portugiesen, heißt es, sind bessereKunden für unsere Mannfactnren, als die Franzosen,und müssen daher mehr, als diese, begünstiget werden.Weil sie uns ihre Kundschaft zuwenden : so glaubt manihnen die mistige wieder Zuwenden zu müssen. So er-hebt illa.il die niedrigen Kunstgriffe der Kleinhändler zupolitischen Maximen bey Verwaltung großer Staaten.Nur der ganz kleine Krämer macht es sich zur Regel,sich, wenn er etwas einzukaufen hat, vorzüglich an sei-ne eigenen Kunden zu wenden; der große Kaufmann ver-schmähet solche kleine Vortheile, und kauft seine Waa-ren da, wo sie am wohlfeilsten und besten zu haben sind.

Indessen hat man, durch solche Maximen, denVölkern di^Meinung beygebracht, ihr Vortheil besiehe

darin,