Druckschrift 
2 (1799)
Entstehung
Seite
293
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Geld öfters so viel bedeute, als Reichthum. DieseZweydeutigkeit des Ausdrucks hat uns jenen gemeinenVegrufs so geläufig gemacht, daß selbst diejenigen, wel-che von der Ungereimtheit desselben überzeugt sind, ihreeigenen Grundsätze vergessen, und ihn in ihren Räson-nsments als eine bekannte und unleugbare Wahrheit auf-stellen. Einige ber besten englischen Schristst-ller überden Handel gehen von der Bemerkung aus, daß derReichthum eines Landes nicht nur in seinem Golde undSilber, sondern auch in seinen Ländereyen, Häusernund Verbrauchbaren Gütern aller Art bestehe. Gleich-wohl scheinen im Verfolge des NasonnemcntS die Lande»reyen, Häuser und verbrauchbarcn Güter ihrem Gedächt-nisse zu entschlüpfen, und die Schlußkrast ihrer Gründesetzt oft voraus, daß aller Reichthum in Golde und Sil-ber bestehe, und daß die Vermehrung dieser Metalleder Hanptgcgenstand des Gewerbfleißes und des Han-dels einer Nation sey»

Als man nun aber'die beyden Grundsätze, daßReichthum in Golde und Silber bestehe, und daß'dieseMetalle in ein Land, das keine Bergwerke hat, nurdurch die Handelsbilanz oder durch das Uebergewicht derAusfuhr über die Einfuhr, gebracht werden könnten,einmahl festgestellt hatte: so wurde es nothwendiger Wei-se Hauptzweck der Staatswirkhschaft, die Einführungfremder Waaren zum inländischen Verbrauche so vielnur möglich zu vermindern, und die Ausführung der Er-zeugnisse inländischen GewerbsteißeS, so viel nur mög-lich zu vermehren. Ihre beyden großen .Kunstgriffedas Land zu bereichern, waren dah-w Beschränkungender Einfuhr und Ermunterungen der Ausfuhr.

Jens