Druckschrift 
2 (1799)
Entstehung
Seite
183
Einzelbild herunterladen
 

I8Z

wird daselbst eben so theuer bezahlt, als das, welchesvier bis fünf Meilen weit herkömmt. Nun muß aberauch der Preis des letztem, für gewöhnlich, groß genugseyn, nicht nur die Unkosten zu bezahlen, ohne welchees weder erzeugt, noch zu Markte gebracht werden konn-te; sondern auch dem Landwirthe die gewöhnlichenGewinnste zu verschaffen, welche der Ackerbau einzubrin-gen pflegt. Die Eigenthümer und Anbauer also vondem nahe um die Stadt gelegenen Ländereyen, gewin-nen in den Preisen, die sie bekommen, noch über diegewöhnlichen Gewinnste des Ackerbaues, die Kosten,welche die Herbeyführung des entfernten Getreides ver-ursacht; und sie ersparen überdieß eine gleiche Fracht anden Waaren, die sie aus cer Stadt wieder mit zurück-nehmen. Man darf nur die Felder, die in der Nach-barschaft einer ansehnlichen Stadt liegen, mit denenvergleichen, die von allen Städten entfernt sind: undman wird sich leicht überzeugen, wie wohlthätig für dasLand, sein Verkehr mit den Städten sey. So vieleungereimte Meinungen und Theorien auch über die Han-delsbilanz verbreitet worden sind: so ist es doch nochniemandem eingefallen, zu behaupten, daß eine Stadtdurch ihren Verkehr mit dem Lande, das sie ernährt,oder daß das Land durch seinen Verkehr mit den Städ-ten, verliere.

Da man, nach der Natur der Dinge, erst die Un-terhalksmittel haben muß, ehe man auf Bequemlichkeitund Lupus denken kann: so ist diejenige Art von Arbeit,welche die erstem hervorbringt, nothwendiger Weise al-ter, als die, welche den letztem hervorbringt. DerAnbau und die Verbesserung des Landes muß also vorder Aufnahme der Städte vorhcrgehn; weil es das

M 4 land