Druckschrift 
2 (1799)
Entstehung
Seite
138
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Die auf Zinsen geliehenen Gelder werden ohneZweifel, nach Umständen, bald auf die eine, bald aufdie andre der beyden gedachten Arten angewandt; dochweit öfter aus die erste, als auf die lehte Art. DerMensch, welcher borgt, um seine Ausgaben damit zubestreiken, wird in kurzem zu Grunde gerichtet seyn; lindder, welcher ihm leiht, wird gemeiniglich Ursache ha-ben , seine Thorheit zu bereuen. Zu diesem Endzweckealso zu leihen, oder zu borgen, ist in allen Fällen, wovon wucherischen Zinsen nicht die Rede ist, dem Inter-esse beyber Theile entgegen. Ohne Zweifel geschiehetzuweilen beydes; aber man kann es der Achtsamkeit,welche die Menschen für ihren eignen Vortheil haben,zutrauen, daß es nicht so oft geschieht, als man gemei-niglich glaubt. Man frage irgend einen reichen Mann,von gewöhnlicher Klugheit, an welche Art von Leuten erden größten Theil seines Vermögens verborgt habe, oban solche, von denen er glaubt, daß sie es aus eine Ge-winn bringende Weise anwenden, oder an solche, vondenen er glaubt, daß sie es im Müßiggänge verthunwerden: und er wird über die Frage selbst als eine unge-reimte lachen. Selbst also untere den Borgern, einerKlasse von Leuten, die wegen ihrer Sparsamkeit nichtberühmt ist, wird doch die Anzahl der Verschwender undMüßiggänger, von der Zahl der Sparsamen und Fleißi-gen weit überkroffen.

Die einzigen, welchen Geld oft geborgt wird, ohnedaß man von ihnen erwartet, daß sie es auf eine Ge-winn bringende Art anwenden werden, sind LandgutS-besiHcr, .die auf ihre Güter Hypotheken aufnehmen.Selbst diese borgen selten bloß in der Absicht, um aus-zugeben.