Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
313
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Der höchste Preis des Goldes hingegen, scheintdurch nichts, als durch Seltenheit oder Ueberfiaß diesesMetalls bestimmt zu werden. Man stelle sich vor, daßdiese Seltenheit sich immer fort vermehre: und manwird den kleinsten Splitter von diesem Metall endlichtheurer als einen Diamant, und gegen eine größereOuantilat andrer Waaren, als diesen, austauschen sehen.

Das Verlangen, und mit ihm die Nachfrage nachdiesen Metallen, entspringt zum Theil aus ihremNutzen,zum Theil aus ihrer Schönheit. Sie sind zuerst, wennman Eisen ausnimmt, nützlicher als jedes andere Me-tall. Da sie dem Roste und andern Verderbnissen we-niger unterworfen sind: so können sie auch reinlicher ge-halten werden; und schon aus dieser Ursache ist das ausihnen verfertigte Küchen - oder Tischgeschirre das ange-nehmste. Ein silberner Theekessel ist immer reinlicher,als ein blecherner, kupferner, oder zinnerner: und die-selbe Ursache würde einem goldnen Theekessel noch vordem silbernen einen Vorzug geben. Doch das vor-nehmste Verdienst dieser Metalle besteht in ihre§ Schön-heit, welche sie vorzüglich geschickt macht, zur Aus-schmückung aller übrigen Sache» zu dienen. KeineFarbe giebt einem Kleide oder einem Hausrathe einensolchen Glanz, als die Vergoldung. Dieses Verdienstder Schönheit wird noch durch das der Seltenheit erhö-het. Der vornehmste Genuß der Reichthümer bestehtdarin, sie zur Schau auszulegen; und er ist in denAugen der meisten Reichen niemahls größer, als wennsie Sachen zeigen können, in deren ausschließendem Be-sitze sie sind. Daher wird ihnen jeder, an sich nützli-che oder schöne Gegenstand, schon dadurch werther, wenn

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