Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
291
Einzelbild herunterladen
 

291

M^chk über andrer Menschen Arbeit zu gebiethen, undsich die dadurch erzeugten Bedürfnisse und Bequemlich-keiten des Lebens zu verschaffen, muß unstreitig größerseyn.

Ein Reisfeld bringt eine weit größere Quantitätvon Nahrungsmitteln hervor, als das fruchtbarste Ge-treidefeld von gleicher Größe. Ein Morgen Landes,mit Reis besäet, soll, wie man sagt, zwey Ernten desJahres, jede von dreyßig bis zu sechzig VushelS(iy-z bis Z9^ Berliner Scheffel) bringen können. Obnun gleich der Reisbau weit mehr Arbeit erfordert: sobleibt doch, nach Bezahlung aller dieser Arbeit, vondem Werthe des Erzeugnisses weit mehr übrig. In

Reisländern also, wo das gemeine Volk sich hauptsäch-lich mit dieser Frucht nährt, und die Landarbeiter selbst,die sie anbauen, damit unterhalten werden, muß, vondiesem größern Überschüsse, auch eine größere Summedem Gutsherrn zu Theile werden. Selbst in Carolina,wo doch die Reisfelder jährlich nur eine Ernte bringen,und wo die, zur europäischen Lebensart gewöhnten Ein*wohner, Reis nicht zu ihrem vornehmsten Nahrungsmit-tel machen, wird doch der Reisbau für vortheilhafter,als der Getreidebau gehalten: wobey aber allerdings inBetrachtung kömmt, daß hier, wie in den meisten brit-ischen Kolonien, der Eigenthümer und Pächter nur einePerson ist, und sich also die Rente mit dem Kapitalge-winnste in derselben Hand vereiniget.

Ein gutes Reisfeld ist das ganze Jahr hindurchein Sumpf: und zu gewissen Jahreszeiten ein mit Was-ser bedeckter Sumpf. Es ist weder als Gctrei'deackcr,noch als Wiese, noch als Weingarten zu gebrauchen;

T 2 unk