Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
245
Einzelbild herunterladen
 

245

wohl die Achtung für die Personen, als die Belohnungfür die Arbeiten der Lehrer. Doch behaupteten immernoch die vorzüglichsten unter ihnen einen weit HähernRang in der Gesellschaft, als ihren Nachfolgern heutzu Tage irgendwo zu Theile wird. Die Akhenienserschickten den Akademiker Karneades, und den StoikerDiogenes, zu einer seyerlichen Gesandtschaft nach Rom:zu einer Zeit, wo ihr Staat zwar von seiner vorigenHöhe schon herabgeiunken war, aber doch noch eine an-sehnliche und unabhängige Republik ausmachte. Kör-nendes war überdies von Geburt ein Babylonier; undda kein Volk jemahls mit mehr Eifersucht, als dieAthe-nienser, Fremde von seinen öffentlichen Aemtern zu ent-ferne» gesucht hat: so muß die persönliche Achtung fürdiesen Mann, welche dieses Vorurtheil überwinden konn-te, doppelt groß gewesen seyn«

Die in dieser Absicht zu unsrer Zeit vorgegangeneVeränderung der Meinungen und Gewohnheiten, istim Ganzen, dem allgemeinen Besten eher zuträglich,als nachtheilig. Der Stand öffentlicher Lehrer der Wis-senschaften hat dadurch freylich verloren;, aber der Um-stand, daß die gelehrte Erziehung für das ganze Pu-blikum dadurch wohlfeiler geworden ist, verschafft', fürjenes kleine Uebel, einen weit überwiegenden Vortheil.Dieser würde noch größer seyn, wenn die Verfassungder öffentlichen Lehr - und Erziehungsanstalten durch ganzEuropa, vernünftiger und Zweckmäßiger eingerichtetwäre, als sie es noch gegenwärtig an den meisten Or-ten ist.

Drillens, verursacht das in Europa befolgte Sy-stem der Staatsverwaltung, eine Ungleichheit in den

O. z Vor-