Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
230
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r-iak den Erdboden, dessen Bestandtheile und Lagen ebenso sehr abwechseln: so baß beyde zu ihrer Behandlungdie immer erneuerte Anwendung der Urteilskraft erfor-dern. Und in der That ist der gemeine Bauer, in Ab-sicht dieser Fähigkeit, gar nicht so weit hinter seinenstädtischen Mitbürgern zurück, als sein äußeres Ansehenzuweilen vermuthen läßt. Freylich ist er zum gesellschaft-lichen Umgänge weniger gewöhnt, und durch denselbenweniger gebildet, als der Handwerker in den Städten.Seine Stimme ist rauher, seine Sprache gemeiner,und denjenigen, welche daran nicht gewöhnt sind, weni-ger verständlich. Aber sein Verstand, da er eine grös-sere Mannigfaltigkeit von Gegenständen zu überlegenhat, ist dem Verstände des Handwerkers, der vomMorgen bis auf den Abend, oft nur eine oder zweygleichförmige Handgriffe wiederholt, gemeiniglich über-legen. In der That werden diejenigen, die sich mitden geringen Klassen der Städter und der Landleute, inGeschäften, oder aus Neugierde, bekannt gemacht ha-ben, die Überlegenheit der letztem über die erstem sehrwohl gewahr. In China und Hindosian sind, wieman sagt, Rang und Lohn beyder Klassen diesem Unter-schiede gemäß, und die Landarbeiter mehr geehrtund besser bezahlt, als die meisten mechanischen Künst-ler. Wahrscheinlicher Weise würde es allenthalben soseyn, wenn nicht Innungszwang und Innungsgeist die-ses verhinderte»

Doch die Jnnunqsgesctze und die durch sie gemach-ten Einschränkungen sind nicht die einzigen Ursachen derÜberlegenheit, welche die städtische Betriebsamkeit inEuropa, über die ländliche hat. Auch andere Polizey-