Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
228
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lendcn Ätaßregeln, bewogen werdenwenn sie dieseMaßregeln auch nicht durch bindende GeseHe einschärfenkönnen. Je eine kleinere Anzahl von Händen ein Ge-werbe beschäftigt: desto leichter ist die Verabredung un-ter ihnen möglich. Kaum ein halbes Dutzend Woll-kämmer ist nöthig, um die Arbeit von tausend Spinnernund Webern im Gange zu erhalten. Wenn jene sichnun vereinigen, keine Lehrburschen anzunehmen: sokönnen sie sich nicht nur die ganze Arbeit ihres Gewer-bes zusichern, sondern auch die gestimmte Mamifaotur,von der sie nur einen kleinen Theil bearbeiten, von sichdergestalt abhängig machen, baß sie den Preis ihrerArbeit, weit über ihren natürlichen Werth erhöhen.

Die Bewohner des offenen Landes hingegen, dieauf einer großen Oberfläche zerstreut leben, vereinigensich weit schwerer. Sie habet, nicht nur nie eine Innungausgemacht: sondern der Innungsgeist hat auch nie un-ter ihnen geherrscht. Nie hat man für den Ackerbau,das allgemeine Landgewkrbe, eine Lehrzeit festgesetzt.Und doch ist, wenn man die eigentlich gelehrten Beschäf-tigungen und die schönen Künste abrechnet, vielleicht keinGewerbe, welches mehr Einsichten und Erfahrung,und eine größere Mannigfaltigkeit von Kenntnissen er-forderte. Schon die große Anzahl der Schriften, diein allen Sprachen, bey den weisesten und gelehrtesten.Nationen, über den Ackerbau zum Vorschein gekommerrsind, können zum Beweise dienen, daß er, von klugenLeuten, nie für eine leichte Saci-s angesehen worden ist.Und doch laßt sich vielleicht aus ollen diesen unzählbarenSchriften nicht so viel wahre und praktische Kenntnißdes Landbaues, und seiner mannigfaltigen Arbeiten ein-sam-