Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
223
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daß er nach Verhältniß der wenigen Arbeit, die er ver-fertigte, bezahlt würde, und dafür hinwiederum dieMaterialien bezahlte, die er aus Ungeschicktheit verdirbt'Gewiß würde seine Erziehung, auf diese Weise veran-staltet, in den meisten Fällen ihren Endzweck bester er-reichen, in allen aber weniger kostbar und unangenehmfür ihn seyn. Die Meister würden freylich dabeyverlieren; (so viel nehmlich, als der 'Arbeitslohnbetragt, welchen sie, sieben Jahre durch, für die Ar-beit geben müßten, die der Lehrburfche jetzo umsonstthut.) Am Ende aber würden vielleicht auch die Lehr-burschen verlieren. In einem Gewerbe, besten Erler-nung so leicht gemacht worden wäre, würden sie meh-rere Mitarbeiter bekommen, und nachdem sie ausgelernthatten, einen geringern Lohn, als jetzt, zu erwartenhaben. Durch eben diese Vermehrung der Mitbewer-ber würden die Meister ihren Gewinn, so wie die Ge-st llen ihren Lohn vermindert sehen. Alle Handwerkerwürden verlieren > aber das Publikum würde gewinnen,da die Producte von jenen wohlfeiler, wie bisher, zuMarkte kämen.

Eben um dieses Heruntersinken der Preise, undalso die damit verbundene Verminderung von Arbeits-lohn und Gewinn, zu verhindern, sind die Innungenund die Jnnungsgesetze eingeführet worden, als welchebeyde nur darauf abzielen, die freye Eoncui renz, welchedie Preise auf ihr kleinstes Maß zurückbringen würde,einzuschränken. Um eine Innung zu errichte»,war in ältern Zeiten, in vielen Landern EuropenS, kei-ne andere obrigkeitliche Bewilligung nöthig, als Be-willigung der Stadt, worin dieselbe ihren Sitz haben

sollte.