-Z8
Billigkeit, daß die, welche durch ihre Arbeit dem gan-zen Körper der Nation, Nahrung, Kleidung und Woh-nung verschaffen, an den Erzeugnissen ihrer eignen Ar-beit soviel Antheil haben, daß ße selbst erträglich gutsich nähren, kleiden und wohnen können.
Armuth schreckt allerdings vom Heurathen ab, abersie verhindert es nicht schlechterdings. Sie scheint so-gar das Kinderzeugen zu befördern. Eine halb ver-hungerte Bergschottin wird oft die Mutter von mehr alszwanzig Kindern, indeß die wohlgenährte und überzärt-lich verpflegte Dame unvermögend ist, ein einziges zurWelt zu bringen, und höchstens durch zwey oder dreyNiederkünften schon erschöpft ist. Unfruchtbarkeit, einebey dem weiblichen Geschlecht in den vornehmer» Stän»den so gemeine Sache, ist in den untern beynahe ganz-lich unbekannt. Eine üppige Lebensart, scheint es, ent-flammt zwar bey diesem Geschlechte, die Begierde nachdem Genusse, aber schwächt zugleich die Kräfte der Fort-Pflanzung.
So wenig aber die Erzeugung der Kinder durchdie Armuth verhindert wird r so sehr wird das Aufziehenderselben dadurch erschwert. Die zarte Pflanze sproßtfreylich hervor, aber in einem so rauhen Klima, und ineinem so dürren Boden, daß sie bald welkt und abstirbt.Man hat mir oft versichert, daß in Hochschottland, vonden zwanzig Kindern, die eine Mutter zur Welt bringt,oft nur zwey am Leben bleiben. So habe ich von er-fahrnen Ofsicieren gehört, daß es so wenig möglich ist,aus den bey einem Negimcnke aufgewachsenen Soldaten-kindern, das Regiment zu recrutiren, daß diese nichteinmahl zu Pfeifern und Trommelschlägern zureichen.
Und