Ein Mensch muß doch immer von seiner Arbeitleben können, wenn er arbeiten soll; und der Lohn derArbeit muß also wenigstens hinreichend seyn, einemMenschen den Unterhalt zu geben. In den meistenFällen muß er noch etwas mehr betragen: sonst würdeder Arbeiter unmöglich eine Familie errichten und Kin-der aufziehen können; und das ganze Geschlecht der ar-beitenden Leute müßte mit der ersten Generation ausster-ben. Cantillon nimmt es, um dieser Ursache willen,als einen wahrscheinlichen Sah an, daß der geringsteTagelohn, auch der gemeinsten Arbeiter, wenn die Artihrer Beschäftigungen fortdauern soll, das Doppelte ih-res eigenen Unterhalts betragen müsse: damit nämlichjeder von seinem Lohne im Durchschnitte zwey Kinder zuerziehen im Stande ffy. —7- Die- Arbeit des Weibes
wird durch Niederkünften und Kinderwarte» zu oft unter-brochen, als daß man mehr als die Erwerbung ihreseignen Unterhalts vyn. ihr erwarten könnte. Nun rech-net man aber, daß die Halste der neugebohrneii Kindervor Erreichung des mannbaren Alters stirbt. Es muß,dem zu Folge, jeder Arbeiter, auch der ärmste, imDurchschnitte vier Kinder aufzieht, und verpflegen,wenn, »ach der Rechnung des Wahrscheinlichen, zweydavon gewiß zum mannbaren Alter gelangen sollen.Aber das, was vier Kinder zu unterhalten kosten, istungefähr so viel, als die.Bedürfnisse Eines erwachse-nen Mannes betragen. Eben dieser Autor jagt ferner,man rechne, haß die Arbeit eines Sklaven von gesunderund starker Leibesbeschaffenheit, ungefähr hoppelt so vieleinbringe, als sein Unterhalt kostet: er glaubt aber, daßman die Arbeit des gemeinsten Tagelöhners nicht gerin-ger am Werthe ansetzen könne, als die eines robusten
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