4 !
die, daß sie bey jeder Zahlung gewogen, und zweytens,daß sie probirt werden mußten. Bey den kostbarenMetallen, bey denen ein kleiner Unterschied in derQuan-tität, einen großen im Werthe ausmacht, gehörten we-nigstenö genaue Wagen und Gewichte dazu, um dasGeschäft des Abwägens mit gehöriger Genauigkeit ver-richten zu können. Besonders Gold zu wägen ist eineSache, die einige Geschicklichkeit und viel Aufmerksam-keit erfordert. Bey den gröbern Metallen, wobey einkleiner Irrthum von weniger Bedeutung ist, war frey-lich auch ein minderer Grad von Genauigkeit hinrei-chend. Aber es würde uns doch äußerst beschwerlichvorkommen, wenn ein armer Mann, so oft er für einenPfennig werth, etwas zu kaufen, oder zu verkaufenhatte, diesen Pfennig erst dem andern zuwägen müß-te. — Die zweyte Operation, die des Probiretts,ist noch weit schwerer, weit langweiliger, und, wenndas Metall nicht mit den gehörigen Aufiösungsmirtelnnach allen Regeln geschmolzen wird, äußerst ungewiß.Und doch mußten, vor der Einführung des gemünztenGeldes, die Menschen sich dieser schweren und langweili-gen Arbeit unterziehen: oder sie blieben immer einer sogroben Betrügcrey ausgesetzt, als die ist, daß sie viel-leicht, für ihre Waaren, anstatt eines Pfundes reinenSilbers, oder Kupfers, ein verfälschtes Gemisch dergemeinsten und wohlfeilsten Materialien erhielten, dasnur das äußere Ansehen und die Farbe jener Metallehakte. Um diesen Betrügercyen zuvorzukommen, umden Tausch zu erleichtern, und dadurch alle Arten desGewcrbsleißes und des Handelsverkehrs zu ermuntern,haben alle Nationen, welche einige Fortschritte in derCultur gemacht haben, es nothwendig befunden, be-
C 5 stimm-