welchen sich die, jenen geringern Tugmden zugestan-dene Achtung, nicht wohl erklären läßt, andere nachden ihrigen den Vorzug, welcher'der Wohlthätigkeitvor den ädrige» Tugenden zukömmt, nicht anerken-neu.
Dieß sind die Grundlinien von Smiths Theo-rie der moralischen Empfindungen, einem Werke,das, auch dem Leser, welcher mit der darin ausge-stellten Theorie nicht einig ist, doch durch die Neuheitder Ideen, und den Scharfsinn in ihrer Entwicklung,Bewunderung für seinen Verfasser einflößt. Ich fürmein Theil gestehe, daß meine Begriffe von den erstenGründen der Sittlichkeit mit der Smithschen Theorienicht übereinstimmen. Nichts dcstoweniger finde ichin seinem Werke eine Menge sehr belehrender Wahr-heiten; und wenn er zuweilen durch die Begierde, seinPrincip auf alle mögliche Fälle auszudehnen, verführtwird: so hat er auf der andern Seite gewiß die Mo-ralisten auf einen bisher nicht genug benutzten Ge-sichtspunkt, aus welchem sich die sittliche Natur desMenschen ansehen läßt, aufmerksam gemacht. Wieviel Wahres und Gründliches diese Theorie enthaltenmüsse, zeigt sich schon aus der Leichtigkeit des Eingan-ges , welchen sie findet. Denn wie Smith anmerkt,kann in der Sittenlehre nicht leicht ein System denBeyfall der Menschen erhalten, das nichr wenigstensin vielen Punkten an die Wahrheit gränzt. „In der„Erklärung physischer Erscheinungen kann manches„System, das nicht den mindesten Grund in der Na-
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