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t ragen wahrzunehmen: aber da es eine höchst unan-genehme Empfindung erweckt, von sich selbst schlechtdenken zu müssen: so wenden wir unsere Aufmerksam-keit freywillig von den Umständen hinweg, die unsunsere Handlung in einem nachtheiligen Licht zeigen.Wir suchen uns selbst zu täuschen: und dieser Selbst-b errug ist die Quelle von der Hälfte aller moralischenVergebungen, welche die menschliche Aufführungschänden.
Um diesen Täuschungen zu begegnen, werden wirvon der Natur selbst dazu angewiesen, die Handlungenandrer Menschen unablässig zu beurtheilen, und uns nachund nach voll denselben Regeln, von dem was gethanund gelassen werden soll, festzusehen. Einige ihrerHandlungen beleidigen alle unsere natürliche Empfin-dungen: und wenn wir andere Menschen darin mituns übereinstimmen sehen: so halten wir diese unsereMißbilligung für gerecht. Wir sehen es daher als ei-ue allgemeine Rege! fest, daß wir alle solche Handlun-gen vermeiden müssen, die uns in den Augen allerMenschen verhaßt, verächtlich und strafwürdig ma-chen: und diese Regel prägen wir uns ein, um diefalschen Vorspiegelungen zu berichtigen, mit welchenuns, bey unsern eignen Handlungen, Eigenliebe undLeidenschaft täuscht. Ein rachsüchtiger Mensch wür-die, wenn er seinem erstell Gefühle bey einer empfang-mm Beleidigung folgte, vielleicht den Tod des Belei-digers nicht für eine zu harte Strafe desselben halten.Aber er erinnert sich, wie sehr er bey Beleidigungen,
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