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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
451
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Begierig nahm man unter den Juden die Verkündigung vondem erschienenen Messias auf; denn die Nachkommen Israels,welche jetzt nur Roms bedrängte Unterthanen waren, sehntensich zur Freiheit und dem ehemaligen Glanz ihres Volkes zurück.Allgemein war in diesen Tagen die Erwartung und die Sageunter ihnen von der Ankunft eines irdischen Messias, welcherden zertrümmerten Thron Davids wieder aufrichten und die jüdischeNation zur herrschenden auf Erden machen werde. Darum ließensie sich gern in die Geheimnisse der christlichen Religion einweihen,wo sie dann erfuhren, daß das Reich des Messias kein irdisches,sondern ein geistiges Reich sei.

Noch begieriger aber empfingen die Heiden die Lehre Jesuvon dem allein wahren Gott. Denn schon hatten die Aufgeklär-testen unter ihnen selbst die Anbetung hölzerner, steinerner undgoldener Gottheiten verächtlich gemacht. Das Bedürfniß unddie Sehnsucht nach Wahrheit ward allgemeiner und lebhafterempfunden, denn jemals.

Dadurch, daß Rom alle bekannte Nationen des Erdbodensunter seinem gewaltigen Zepter vereint hielt, waren die Völkermehr unter einander in Verbindung und Verkehr. Alle Nach-richten verbreiteten sich schneller, und die Apostel Jesu konntenungehindert von Land zu Land reisen, und die unsichtbare KircheJesu unter den nahen und entfernten Himmelsstrichen gründen.

So mußte die religiöse Stimmung der damaligen Bewohnerdes bekannten Erdkreises, so mußten die politischen Verhältnisseder Länder, so hundert andere Umstände zur Ausbreitung einesGlaubens in der Welt Mitwirken, welcher nicht durch die Gewaltdes Schwertes, sondern durch die Macht der Wahrheit siegen,und die Menschen aller Welttheile zu Brüdern machen sollte.

Als die Apostel das Ziel ihres schönen, doch mühevollen Lebenserreicht hatten, war der Same des Christenthums schon durch diehanze römische Welt zerstreut. Johannes, der LieblingsjüngerJesu, war der letzte von ihnen, welcher sie Alle überlebte und dieWonne genoß, den Grund der heiligen Kirche auf eine unerschüt-terliche Weise gelegt zu sehen. Als ein beinahe hundertjährigerGreis predigte er noch das Wort seines geliebten Meisters zu