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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
442
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Sterblichen, statt Gott zu gefallen; und um den Beifall Andererzu gewinnen, thue ich, ach nur zu oft, auf den Beifall meinesGewissens Verzicht!

Viele gibt es, die ohne Furcht aufs Schlachtfeld hintretenund dem Tod kühn ins Angesicht sehen, aber nicht Muth haben,einen verächtlichen Blick von Ihresgleichen zu ertragen. Vielegibt es, die Armuth, Spott und Schande duldend übernehmen,denen sie ausweichen könnten, wenn sie Muth genug hätten,einer ihnen eingewurzelten schändlichen Leidenschaft zu entsagen.In uns selbst also wohnt ein Feind, mächtiger als jede äußereMacht. In uns selbst wohnt ein Verfolger des Chriftenthums,gewaltiger als Schwert und Scheiterhaufen.

Es bedarf in unfern Tagen keines Muthes mehr, öffentlichden Namen eines Christen zu tragen; wohl aber Muth, um wirklichein Christ zu sein; Muth, um Gott zu lieben. Ihn aber lieben,heißt seine Gebote halten. (I.Joh. 5, 3.) Darum kannich mir nicht oft genug die Wahrheit wiederholen : der Menschwäre oft besser, wenn er nur Muth genug hätte, es zu sein.

Man will sich nicht auszeichnen. Man scheut denWitz des Spötters. Man fürchtet sich, daß bei einem stren-gen, frommen, gerechten Leben Dieser oder Jener sagen werde:Sehet, o sehet doch, er will jetzt ganz zum Heiligen werden!Mancher, den Leichtsinn, Verschwendung, unordentliche Haus-haltung oder Eitelkeit an den Abgrund der Armuth brachten,fühlt es wohl, ec könne die lieben Seinigen noch vor Elendbewahren durch plötzliche Einführung besserer Ordnung, durchSparsamkeit, durch Entsagung alles Ueberflüsstgen aber erhat nicht Muth genug, das Opfer zu bringen. Er schämt sichnicht, Fehler begangen zu haben, und noch zu begehen. Erschämt sich, sie muthig zu bekennen, und weiser zu sein.

Mancher, dem seine Stellung gebietet, Wahrheit und Rechtohne Scheu auszusprechen, nicht auf die Person, sondern aufdas Beste der Sache zu schauen, durch sein Ansehen den Ver-kannten , den Unterdrückten zu retten, durch seinen Einfluß denVerdienstvollsten und den Würdigsten zu befördern, fühlt wohlseine Pflicht. Ernst mahnt ihn sein Richter an diese und seinen