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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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Eid. Aber er hat nicht Muth genug, rechtschaffen und groß;rrhandeln. Er will es nicht mit Andern verderben, die ihm beiandern Gelegenheiten nützlich werden könnten; er will sich umeines Geringem willen nicht Mächtige zu Feinden machen. SoVergißt der Feige zugleich Eid, Gewissen, Gott. Er verläugnctJesum, vor dem nie das Ansehen der Person galt; er verläugnetGott aus Menschenfurcht; er verläugnet sein Christenthum umder Welt willen.

Mancher, dessen Geist von der Wahrheit des himmlischenWortes tief erschüttert ward, wenn er es entweder im TempelVernahm, oder mit einem heiligen Buche sich einsamen Betrach-tungen überließ, empfand seine eigene Unwürdigkeit, den NamenChristi zu tragen, ohne ihn zu verdienen. Oft sprach er vielleichtzu sich selbst: Warum kann ich nicht Jesu Jünger ganz sein?Wie, sollte es nicht möglich sein, daß auch heute noch ein Menschein wahrhaft heiliges Leben führe? Ich kenne meine Schwächen,ich will sie vernichten. Ich kenne meinen Hang für manchesheimliche Vergnügen, das mich oft zu Fehltritten verleitet; ichwill ihm auf immer entsagen. Ich habe mich nie groben Lasternergeben; ich habe nie absichtlich böse gehandelt; aber tiefempfinde ich es ich habe auch bei weitem nicht so viel Gutesin der Welt gestiftet, als ich hätte stiften können. Manche' Anglückliche Familie hätte ich unterstützen, manche Thräne trock-nen können, wenn ich meinen Ueberfluß, statt mit demselbenin Gesellschaften und bei allerlei Anlässen zu glänzen, zur Freudeder Leidenden verwendet haben würde. Vieles würde ich zumVesten meiner Mitbürger oder zur Begünstigung gemeinnützigerUnternehmungen haben beitragen, manche arme Waise würdeich haben erziehen lassen können, wenn ich mich selbst mehr ein-' geschränkt hätte. Es sei! ich will es nun beginnen, was ich solange versäumte.

So spricht Mancher, so haben gewiß Viele gesprochen inStunden schöner Begeisterung. Aber sie traten aus demTempel, sie traten aus der Emsamkeit hervor, und sahen sichohne Muth, so edel, so in Christi Geist zu leben, als sie sichVorgesetzt halten. Sie zittertm, daß sie doch Gefahr liefen, von